Über mich

Warum Würzburg? Ein Plädoyer für meine Stadt.

Warum macht sich hier einer die Arbeit, seine Heimatstadt in Wort und Bild aus diversen Blickwinkeln ausführlich zu porträtieren? Die Antwort ist recht vielfältig und hat seinen Ursprung in der Besonderheit und manchmal auch Einzigartigkeit „meiner“ Stadt. Ich bin hier 1974 geboren, aufgewachsen, und habe bis auf gut ein Jahr immer hier gelebt. Mit „meiner“ Stadt verbindet mich in erster Linie ganz viel „Liebe“ und ab und zu auch ein gewisses „Unverständnis“ – aber das gehört wohl auch dazu.

Fangen wir mit den positiven Dingen an: Würzburg ist eine wunderbar grüne Stadt mit guten Naherholungsgebieten wie dem Ringpark – der grünen Lunge der Stadt – dem schönen Steinbachtal bis hinaus zum Guttenberger Forst hinter der Ortschaft Reichenberg. Würzburg hat einen für meine Begriffe sehr gut ausgebauten Personennahverkehr. Es gibt doch fast keine Stelle, die man

nicht mit Bus oder Straßenbahn erreichen kann. Unsere Innenstadt bietet schön kurze Wege – fast alles ist bequem zu Fuß zu erreichen. Das Angebot an wertvollen Kulturgütern und diversen Freizeitaktivitäten ist sehr reichlich und ist eine Besonderheit der Stadt.

Der kleine Kaisergarten am Hauptbahnhof - ein duftendes Magnolien-Blütenmeer

Der kleine Kaisergarten am Hauptbahnhof – ein duftendes Magnolien-Blütenmeer

Was ich an der Stadt nicht so gerne mag, ist der manchmal etwas „rauhe Charme“ der Würzburger. Manche Menschen in unserer Stadt könnten einfach freundlicher und offener sein. Da wird vor allem in Kommentarfeldern im Internet gemotzt und geschimpft, dass es oft nicht mehr schön ist, und viele Leute vergessen gerade im Internet leider ihre „gute Kinderstube“. Verstehen Sie mich nicht falsch: ich bin nicht dagegen, dass man seine Meinung sagt – ganz im Gegenteil! Was mir aber einfach „sauer aufstößt“, ist der Spott, die Häme und manchmal einfach auch die Bösartigkeit, mit der so viele Beiträge kommentiert werden. Das hat sich in den letzten Jahren stark verändert und ist mit Sicherheit der Tatsache geschuldet, dass heute jeder bei Facebook und anderen Seiten seinen „Senf“ dazugeben kann.

Ich erinnere mich z.B. an diverse Beiträge bei „Würzburg erleben“ (eine große Würzburger Facebook-Seite). Es ging damals um Asylbewerber, die 2012 in Würzburg aus Protest für einige Wochen in der Fußgängerzone in einem Zelt in Hungerstreik getreten waren. Das war sicherlich eine radikale Aktion der Leute, um auf ihre Lebenssituation aufmerksam zu machen. Auch hier denke ich, dass man natürlich geteilter Meinung darüber sein kann – gar keine Frage! Etwas befremdlich fand ich es zu Anfang damals auch.

Würzburg im Sommer.

Würzburg ist manchmal ganz schön „schräg“! Aber gerade dafür liebe ich meine Heimatstadt irgendwie…

Viel schlimmer waren aber hier die Masse der Kommentare in Facebook. Wer verstehen möchte, was ich meine, der liest einfach hier mal die Kommentare. Ursprünglich hatte auch ich meine Meinung dazu gepostet, weswegen ich in einigen Kommentare namentlich noch Erwähnung finde. Ich bin für mich inzwischen durch diese Erlebnisse zu der Entscheidung gelangt, dass ich mich künftig nicht mehr öffentlich zu irgendwelchen Themen bei Facebook und vor allem nicht bei oben besagter Seite äußern werde. Mit manchen Menschen kann man einfach nicht diskutieren und sie sind nicht bereit, sich in die Lage Anderer zu versetzen, sondern sind von Ängsten jeglicher Art und Couleur getrieben.

Bei allem Verständnis für die Ängste der Menschen vor „Überfremdung“ oder der Tatsache, dass deren Aufenthalt Steuergelder verbraucht, könnte man vielleicht auch mal in Erwägung ziehen, dass es sich hier in erster Linie um Menschen handelt! Menschen, die zum größten Teil (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel) sicherlich nicht freiwillig ihrem Land den Rücken gekehrt haben, sondern politisch und religiös verfolgt wurden und werden. Aber das scheint manchen Leuten schon ein zu weiter Blick über den Rand des eigenen gut gefüllten Tellers zu sein.

Ähnliche Themen waren z.B. Diskussionen um Einkaufszentren, FH-Neubau, Weindorföffnungszeiten, Petrini Bau am Markt oder zuletzt der Bau der Straßenbahnlinie 6. Würzburg hat durch die Erweiterung des Stadtgebietes am Hubland die einmalige Chance, alles richtig zu machen und das Gelände, auf dem zudem die Landesgartenschau 2018 stattfinden soll, verkehrstechnisch gut anzubinden. Aber da gibt es eben auch die „ewigen Verhinderer“ in der Stadt, die Angst haben, dass sie in Zukunft nicht mehr mit dem Auto bequem durch das Oeggtor an der Residenz in die Stadt fahren können, weil dieses gesperrt werden müsste. Schlussendlich führte diese Diskussion dazu, dass die Straßenbahn nun zumindest schon mal nicht bis zur Landesgartenschau fahren wird (Stand: Juli 2013), und das finde ich persönlich sehr bedauerlich.

Ein großes Eröffnungsfeuerwerk als Auftakt zum Kiliani-Volksfest.

Und auch das gehört in Würzburg unweigerlich zum Sommer: Ein großes Eröffnungsfeuerwerk als Auftakt zum Kiliani-Volksfest im Juni 2013.

Oder im September z.B. – da gibt es in jedem Jahr ein wirklich tolles Stadtfest mit vielen Attraktionen und Live-Musik auf verschiedenen Bühnen. Nur leider gibt es eben auch Anwohner, die erwirkt haben, dass um 22 Uhr Schluss sein muss. Schade! Denn gerade so ein Stadtfest lebt doch davon, dass Menschen in der Stadt sind, um Spaß zu haben. Gehen die Würzburger denn zum Lachen in den Keller? Manchmal kann ich mich des Eindrucks ehrlich gesagt nicht so ganz erwehren. So ein Stadtfest ist doch auch ein Aushängeschild für die Stadt, welches Besucher anzieht und somit auch – genau wie das Weindorf – ganz nebenbei bemerkt ein nicht unerheblicher wirtschaftlicher Faktor ist.

Ähnlich verhält sich die Situation beim jährlichen Weindorf, einer geplatzten Live-Übertragung der Fußball-WM auf Großbildleinwand auf dem Marktplatz (2006) und anderen Veranstaltungen, die unsere Stadt bereichert hätten. Ist es denn wirklich so schwer? Kann man nicht die wenigen Veranstaltungen, die pro Jahr in der Innenstadt veranstaltet werden, ertragen? Ich wohne auch in der Innenstadt und lebe noch…

Und dann gibt es auch noch die Leute – erstaunlicher Weise vor allem „jüngere“ Leute – die immerzu beklagen, dass in Würzburg nichts los sei. Man könne nicht ordentlich einkaufen gehen und zu feiern gäbe es hier angeblich auch nichts. Also ich weiß ja nicht… Aber Würzburg hat eine relativ hohe Kneipendichte, viele kulturelle Veranstaltungen, und wer mal was ganz anderes machen will, der kann sich ja in die Weinberge setzen und vielleicht mit einer guten Flasche Wein oder einem kühlen Bier einfach mal den schönen Blick genießen.

Aber bitte bei dieser Gelegenheit nicht vergessen, den Müll wieder mitzunehmen! Das mag zwar an dieser Stelle „spießig“ klingen von mir. Sei es drum! In diesem Fall bin ich gerne Spießer! Denn es kann meiner Meinung nach wirklich nicht sein, dass man einfach Flaschen, Pizzakartons und dergleichen einfach dort, wo man geht und steht, liegen lässt! Gesehen habe ich dies in Würzburg inzwischen an diversen Orten immer wieder und ich empfinde dies als ziemlich störend und rücksichtslos.

Früher habe ich auch oft so gedacht und war mir immer ziemlich sicher, dass Würzburg eine langweilige Stadt sei. Wenn man immer hier ist, dann übersieht man vielleicht die vielen Möglichkeiten und Vorteile. Die Schönheit der Stadt hat sich für mich allerdings auch erst richtig erschlossen, als ich nicht mehr hier war. Andere Städte mit vergleichbarer Größe (z.B. Ingolstadt, wo ich auch mal gelebt habe) bieten für mein Empfinden eine teilweise wesentlich geringere Attraktivität.

Deswegen auch die Überschrift zu diesem Artikel: „Warum Würzburg? Ein Plädoyer für meine Stadt“. Somit ist dieser Text also als eine kleine „Verteidigungsrede“ für Würzburg – „die Angeklagte“ – zu verstehen.

Blick auf die Festung im abendlichen Gegenlicht im November 2013.

Blick auf die Festung im abendlichen Gegenlicht im November 2013.

Würzburg ist reich an Kulturgütern und prachtvollen Bauten wie der Alten Mainbrücke, Festung Marienberg, Residenz, Käppele und anderen. Und natürlich hat unsere Stadt auch unschöne – um nicht zu sagen – hässliche Ecken. Da gibt es Wohnsilos aus den 70er Jahren, Industriegebiete mit diversen Einkaufszentren im „Schuhkartonformat“ und ohne Ende Nachkriegsbauten aus den 1950er Jahren – immer frei nach dem Motto: „quadratisch, praktisch, gut“. Natürlich: vergleichbare „Bausünden“ gibt es in jeder Stadt und Würzburg hat diese ganz besonders dem schrecklichen Bombenangriff vom 16. März 1945 zu „verdanken“. Das die Stadt nach dem Krieg überhaupt wieder so aufgebaut werden konnte, ist der schier unglaublichen Leistung der Nachkriegsgeneration zu verdanken.

Nun wissen Sie ein wenig darüber, was mich bewegt, diese Homepage auf die Beine zu stellen und sie weiterhin zu aktualisieren und erweitern. Würzburg hat viele Facetten und man sollte doch bitte keinen „starren Blick“ auf die Dinge haben, sondern versuchen, mit möglichst offenen Augen durch die Gegend zu gehen. Ich wohne wirklich gerne hier und bin froh, in dieser schönen Stadt leben zu können. Sicherlich: München, Berlin, Hamburg und viele andere Städte und Gebiete in Deutschland sind sehr schön und absolut erwähnenswert. Würzburg ist auch wirklich nicht der „Nabel der Welt“ – oder anders gesagt, eher die „Provinz“ – mir reicht meine kleine Stadt (meistens zumindest) aber seit vielen Jahren völlig aus und ich glaube, dass dies auch erstmal so bleiben wird.

Und nun wünsche ich Ihnen viel Spaß auf meiner Seite und lade Sie herzlich ein auf eine kleine Reise zu den verschiedensten Orten in die unterschiedlichsten Stadtteile. Sie finden auf meiner Seite sowohl „Postkartenmotive“ als auch ganz persönliche Blicke auf die täglichen Dinge und Gegebenheiten der Stadt. Nutzen Sie bitte die Ausklappnavigation am oberen Bildschirmrand, um zu den verschiedenen Seiten zu gelangen. Ich freue mich ganz besonders über eine Email oder einen Kommentar zu diesem oder einem anderen Artikel.

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