Die Alte Mainbrücke in Würzburg

Die 12 großen Sandsteinfiguren auf der alten Mainbrücke sind heute neben der Festung Marienberg das Wahrzeichen von Würzburg. Viele Besucher fühlen sich beim Anblick nicht umsonst an die berühmte Karlsbrücke in Prag erinnert.

Neben der Mutter Gottes als Patrone Franconiae, Schutzherrin von Franken, sind die drei Frankenapostel Kilian (Namensgeber des Kiliani Volksfestes), Totnan und Kolonat sowie der Erbauer des Doms, der heilige Bruno, und der erste Bischof der Stadt, der heilige Burkhard (Namensgeber des Burkarder Kirche bzw. Kloster), dargestellt.

Auf der gegenüber liegenden Seite finden sich St. Josef mit dem Jesukind, der Brückenheilige St. Nepomuk die Heiligen Carl Borromäus und Friedrich als Namenspatrone des Auftraggebers dieser Statuen, des Fürstbischofs Karl Friedrich von Schönborn. Die Figuren Karls des Großen und Pippins als Begründer des Frankenreiches stehen als Symbol für die Kaisertreue Würzburgs.

Nachtaufname der Alten Mainbrücke
Die Alte Mainbrücke aus der Vogelperspektive im Winter.
Nachtaufname der Alten Mainbrücke mit dem Teleobjektiv - im Hintergrund der Dom.
Gespenstiges Treiben im Herbstnebel zur Geisterstunde auf der Alten Mainbrücke

Geschichte der Alten Mainbrücke

Die erste, romanische Steinbrücke an dieser Stelle wurde schon um 1120 unter dem Baumeister Enzelin errichtet, zuvor gab es dort eine Fähre. Bei Gründung der Fundamente wurden der Vita nach die dorthin von den drei Missionaren St. Kilian, Kolonat und Totnan (die drei Frankenaposteln) gestürzten Statuen des heidnischen Freya-Heiligtums (innerhalb der heutigen Festung) wiedergefunden. Die damalige Brücke wurde bei den Hochwassern 1342 und 1442 teilweise zerstört, aber auch im Laufe der Jahre durch die sogenannten „Holländerstämme“, Holzstämme, die schwimmend im Fluss transportiert wurden, in Mitleidenschaft gezogen. Daher wurde das Bauwerk nach fast 350 Jahren Standzeit durch einen Neubau, die heutige Brücke, ersetzt.

An der "neuen" Alten Mainbrücke wurde ab 1476 gebaut. Im Jahr 1488 waren die Steinpfeiler aus Muschelkalk fertiggestellt. Die bogenförmigen Brückenüberbauten zwischen den Pfeilern waren anfangs Holzkonstruktionen, auch aus Verteidigungsgründen. Ab 1512 wurden die Öffnungen mit Steingewölben überbrückt, was sich aus Geldmangel bis 1703 hinzog.

Bis ins 18. Jahrhundert war die Brücke militärisch befestigt und fast vollständig mit Buden bebaut. Nach dem Tode des Fürstbischofs Christoph Franz von Hutten wurden Ende der 1720er Jahre auf der Südseite der Brücke sechs Heiligen-Statuen aufgestellt. Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn ließ um 1730 auf der Nordseite der Brücke weitere sechs barocke, zirka 4,5 Meter hohe Sandsteinfiguren aufstellen. Die Figuren befinden sich in Pfeilerkanzeln und sind mit dem Gesicht nach innen zur Fahrbahn gewandt.

Am 2. April 1945 wurden durch deutsche Truppen zwei der Bogen gesprengt. Der Wiederaufbau war 1950 abgeschlossen. Eine größere Instandsetzungsmaßnahme fand in den Jahren 1976 und 1977 statt. Seit 1992 ist das Bauwerk für Kraftfahrzeuge gesperrt. (1)

Das Teufelsloch unter der Alten Mainbrücke

Ein Hochwasser hatte die Alte Mainbrücke mit sich fortgerissen, deshalb wurde eine neue aus Stein gebaut. Natürlich gab es Schwierigkeiten. Da kam der Teufel und bot dem Baumeister seine Hilfe an. Der aber lehnte ab. Darüber ergrimmte der Teufel und versuchte auf alle mögliche Art, den Bau der Brücke zu hemmen.

Nach deren Vollendung versuchte der Teufel, die Brückenpfeiler zu untergraben. Da die Brücke aber schon kirchlich geweiht war, gelang es ihm nur, zwischen zwei Pfeilern ein Loch auszuhöhlen.

Hier bildet sich ein gefährlicher Strudel, denn dieses Teufelsloch soll grundlos sein. Nur die Flöße aus dem Frankenwald können über diesen Strudel gleiten, nicht die Schiffe. Und so oft die Flößer durch das "Loch" treiben, rufen die den heiligen Nepomuk an, dessen Bildnis aus Stein auf einem der Brückenpfeiler steht. (2)

Helmut Michler

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Sandsteinfiguren auf der Alten Mainbrücke

In diesem Artikel finden Sie alle Informationen über die 12 Sandsteinfiguren auf der Brücke.

Quellenangaben
  • (1) - Wikipedia.de
  • (2) - Alexander Schöppner, Sagenbuch der Bayerischen Lande, Band II, München 1874

 

Letzte Aktualisierung: 16.01.2012

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