Der Alte Hafen in Würzburg

Direkt an den Stadtteil Pleich schließt sich in Würzburg der Alte Hafen an. Am Main gelegen befinden sich an der Veitshöchheimer Straße die alten Gebäude aus dem Jahr 1904. Sie zählten einst zu den fortschrittlichsten Lagerhäusern der bayerischen Staatshäfen.

Heute befinden sich darin natürlich keine Lagerräume mehr. Denn die historischen Mauern im Gründerzeitstil wurden zwischen 1996 und 2001 in den "Kulturspeicher" umgewandelt. Das imposante 128 Meter lange Gebäude (mit Neuanbauten 160 Meter) welches ursprünglich als Getreidespeicher diente, beinhaltet heute neben dem Museum im Kulturspeicher mit der Städtischen Galerie auch das Kabarett Bockshorn im Untergeschoss. Der Kulturspeicher verfügt auf rund 3.500 qm über 12 Ausstellungsräume auf drei Geschossebenen.

Die Animation auf der rechten Seite zeigt den Kulturspeicher im Juni 2007. Anlässlich einer Ausstellung wurde das Gebäude durch einen Lichtkünstler abwechselnd mehrfarbig beleuchtet.

Kulturmeile Alter Hafen

Das Cinemaxx-Kino in der Veitshöchheimer Straße. Im Hintergrund das Hotel Schloss Steinburg.Immer in Betrieb... Die Shell-Tankstelle an der Veitshöchheimer Straße.Der Begriff "Kulturmeile Alter Hafen" hat sich in den letzten Jahren im Sprachgebrauch gefestigt und ist für meinen Geschmack auch recht passend für dieses Stück der Veitshöchheimer Straße gewählt. In den letzten Jahren hat sich hier viel getan. Alleine schon auf gastronomischer Ebene befinden sich hier neben dem Lumen auch noch die Diskotheken Das Boot und der legendäre Zauberberg. Zusätzlich hat sich schon vor einigen Jahren der Pizza-Express und zwei weitere Geschäfte in einem ehemaligen Tankstellengebäude niedergelassen. Aprospos Tankstelle: derer gibt es gleich zwei. Die große Shell- und die Esso-Tankstelle (bekannt als "Party-Esso"). Ebenfalls in unmittelbarer Nähe ist das Cinemaxx Kino und ein Ibis-Hotel (welches architektonisch äußerlich eher an einen Plattenbau der 1970er Jahre aus dem Osten gleicht und nicht wirklich ansehnlich aussieht).

Blick auf den großen Unterstand oberhalb der Freitreppe. Durch die gewölbte Form entsteht eine besondere Akustik.Direkt neben dem Kulturspeicher befindet sich eine kleine Wasserbühne mit Freitreppe. Sie wurde im Oktober 2006 zusammen mit dem neu gestalteten Kraftwerk (siehe unten) bei einem Hafenfest der Öffentlichkeit präsentiert. Hier gibt es in den Sommermonaten immer wieder Veranstaltungen wie das Freilichtkino oder den Hafensommer .

 

Die Frankenhalle im Alten Hafen

Die Frankenhalle in der ScanzonistraßeGegenüber des Kulturspeichers steht auch noch die alte Viehmarkthalle aus dem Jahr 1928 (auch bekannt als Frankenhalle). Das Gebäude diente bis 1999 als Der Durchgang zwischen dem ehemaligen Viehmarktplatz und Congress Centrum Viehversteigerungs-und Veranstaltungshalle. Neben Adolf Hitler sprachen hier Konrad Adenauer, Franz Josef-Strauß und musikalisch waren AC/DC mal zu Gast (was für eine "bunte" Mischung ;-)). Der Standort der Halle ist übrigens kein Zufall. Noch bis Anfang der 1980er Jahre befand sich in unmittelbarer Nähe auf dem Gelände des Congress-Centrum der ehemalige städtische Schlachthof. Dort wo heute gegenüber des CCW und Maritim Hotel Autos parken, war ursprünglich der Platz an dem sich die Stallungen befanden. Die jetzige Fußgängerunterführung zwischen Parkplatz und CCW war dann der "letzte Weg" für die Tiere. Bei älteren Würzburgern ist die große Straßenkreuzung am CCW deshalb auch heute noch unter dem  Namen "Schlachthofkreuzung" bekannt.

In der näheren Vergangenheit hat auch die Stadt Würzburg erkannt, dass man die Frankenhalle sehr gut nutzen könnte und man möchte nun gerne einen "multifunktionalen Veranstaltungsort" aus dem 6.000 qm große Gelände mit Gebäude machen. Angedacht war zuletzt unter anderem, dass das Mainfrankentheater Würzburg die Halle als Ausweichquartier nutzen könnte. Das eigentliche Theatergebäude aus dem Jahr 1967 ist früher oder später dringend sanierungsbedürftig und die Stadt würde während eines Umbaus eine alternative Spielstätte benötigen...

Die Rückseite der FrankenhalleDa die Frankenhalle seit 1999 eher ungenutzt und schon länger baufällig ist, war sie auch schon öfter von der Abrissbirne bedroht bis sie 2003 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Im Jahr 2006 hatte die Würzburg-AG die Ausstellung "Why not!" hier veranstaltet. Bis zur Fertigstellung der Sanierung lagerte die Stadt hier die Teile des Kilianbrunnens der nun wieder prächtig vor dem Hauptbahnhof steht.

Der alte MAN-Kran im Alten Hafen

Ein stummer Zeuge aus vergangenen Jahren ist der alte MAN-Kran aus dem Jahr 1939 der als Industriekultur-Denkmal erhalten wurde. Er steht an der Rückseite des Kulturspeichers und wurde mit seinen 3.000 Kg Tragkraft zum Verladen von Gütern zwischen Schiffen und dem Speicher genutzt.

MAN-Kran im Alten Hafen MAN-Kran im Alten Hafen Der Kran gespiegelt in der Glasfassade des Kulturspeichers. Im Hintergrund das Heizkraftwerk. Auch bei Nacht ein schöner Anblick...

Das Heizkraftwerk im Alten Hafen

Kraftwerk unter Dampf...Schon aus einiger Entfernung entdeckt man im Alten Hafen die drei silbernen Abluftrohre des Heizkraftwerkes der WVV. Zwischen 2005 und 2006 wurde es für rund 45 Millionen Euro umgestaltet und zu dem gemacht was es heute ist - ein moderner und durchaus ansehnlicher Zweckbau. Ganz im Gegenteil zu dem wie es einige Jahrzehnte lang vorher aussah... Ursprünglich "zierte" ein 105 Meter (!!!) hoher Schlot das Kraftwerk und war auf gleicher Höhe wie die Festung Marienberg. Auf diesem alten Foto kann man sehen wie "erbärmlich" dies damals aussah.

Das Heizkraftwerk und der Alte KranenFür die Neugestaltung waren die Architekten Brückner & Brückner aus Tirschenreuth verantwortlich. Sie erhielten dafür den Preis "Best architects 2008 in Gold". Zusätzlich erhielt das Bauwerk den zweiten Preis bei einem bundesweiten Wettbewerb des "Industrieverbandes Feuerverzinken". Fachzeitschriften werten den Bau als einen der "schönsten Industriebauten Deutschlands". Die Architekten sind in Würzburg übrigens keine Unbekannten. Schon der Um- und Anbau des Kulturspeichers wurde von Brückner & Brückner geplant.

Inzwischen beinhaltet das Kraftwerk eine hochmoderne und 150 Tonnen schwere Gasturbine mit einer Gesamtleistung von 70 Megawatt. Die Zeiten in denen hier also wertvolle Kohle verfeuert wurde gehören damit der Vergangenheit an. Allerdings hat man die alten Kohle-Kessel als Notfallreserve im Kraftwerk stehen lassen.

Letzte Aktualisierung: 31.08.2010

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