Der Alte Hafen in Würzburg
Direkt an den Stadtteil Pleich schließt sich in Würzburg der Alte Hafen an. Am Main gelegen befinden sich an der Veitshöchheimer Straße die alten Gebäude aus dem Jahr 1904. Sie zählten einst zu den fortschrittlichsten Lagerhäusern der bayerischen Staatshäfen.
Die Animation auf der rechten Seite zeigt den Kulturspeicher im Juni 2007. Anlässlich einer Ausstellung wurde das Gebäude durch einen Lichtkünstler abwechselnd mehrfarbig beleuchtet.
Kulturmeile Alter Hafen

Der Begriff "Kulturmeile Alter Hafen" hat sich in den letzten
Jahren im Sprachgebrauch gefestigt und ist für meinen Geschmack auch recht
passend für dieses Stück der Veitshöchheimer Straße gewählt. In den letzten
Jahren hat sich hier viel getan. Alleine schon auf gastronomischer Ebene befinden
sich hier neben dem
Lumen auch noch die Diskotheken
Das Boot und der legendäre
Zauberberg. Zusätzlich hat sich schon vor einigen Jahren der
Pizza-Express und zwei weitere Geschäfte in einem ehemaligen Tankstellengebäude
niedergelassen. Aprospos Tankstelle: derer gibt es gleich zwei. Die große
Shell- und die Esso-Tankstelle (bekannt als "Party-Esso"). Ebenfalls in unmittelbarer
Nähe ist das
Cinemaxx Kino und ein
Ibis-Hotel (welches architektonisch äußerlich eher an einen Plattenbau
der 1970er Jahre aus dem Osten gleicht und nicht wirklich ansehnlich aussieht).
Direkt neben dem Kulturspeicher befindet sich eine kleine Wasserbühne mit
Freitreppe. Sie wurde im Oktober 2006 zusammen mit dem neu gestalteten Kraftwerk
(siehe unten) bei einem Hafenfest der Öffentlichkeit präsentiert. Hier gibt
es in den Sommermonaten immer wieder Veranstaltungen wie das Freilichtkino
oder den
Hafensommer
.
Die Frankenhalle im Alten Hafen
Gegenüber des Kulturspeichers steht auch noch die alte Viehmarkthalle aus dem Jahr 1928 (auch bekannt als
Frankenhalle). Das Gebäude diente bis 1999 als
Viehversteigerungs-und
Veranstaltungshalle. Neben Adolf Hitler sprachen hier Konrad Adenauer, Franz
Josef-Strauß und musikalisch waren AC/DC mal zu Gast (was für eine "bunte"
Mischung ;-)). Der Standort der Halle ist übrigens kein Zufall. Noch bis Anfang
der 1980er Jahre befand sich in unmittelbarer Nähe auf dem Gelände des
Congress-Centrum der ehemalige städtische Schlachthof. Dort wo heute gegenüber
des CCW und
Maritim Hotel Autos parken, war ursprünglich der Platz an dem sich die
Stallungen befanden. Die jetzige Fußgängerunterführung zwischen Parkplatz
und CCW war dann der "letzte Weg" für die Tiere. Bei älteren Würzburgern ist
die große Straßenkreuzung am CCW deshalb auch heute noch unter dem Namen
"Schlachthofkreuzung" bekannt.
In der näheren Vergangenheit hat auch die Stadt Würzburg erkannt, dass man die Frankenhalle sehr gut nutzen könnte und man möchte nun gerne einen "multifunktionalen Veranstaltungsort" aus dem 6.000 qm große Gelände mit Gebäude machen. Angedacht war zuletzt unter anderem, dass das Mainfrankentheater Würzburg die Halle als Ausweichquartier nutzen könnte. Das eigentliche Theatergebäude aus dem Jahr 1967 ist früher oder später dringend sanierungsbedürftig und die Stadt würde während eines Umbaus eine alternative Spielstätte benötigen...
Da die Frankenhalle seit 1999 eher ungenutzt und schon länger baufällig
ist, war sie auch schon öfter von der Abrissbirne bedroht bis sie 2003 unter
Denkmalschutz gestellt wurde. Im Jahr 2006 hatte die Würzburg-AG die Ausstellung
"Why
not!" hier veranstaltet. Bis zur Fertigstellung der Sanierung lagerte die Stadt hier die Teile des Kilianbrunnens der nun wieder prächtig vor dem Hauptbahnhof steht.
Der alte MAN-Kran im Alten Hafen
Ein stummer Zeuge aus vergangenen Jahren ist der alte MAN-Kran aus dem Jahr 1939 der als Industriekultur-Denkmal erhalten wurde. Er steht an der Rückseite des Kulturspeichers und wurde mit seinen 3.000 Kg Tragkraft zum Verladen von Gütern zwischen Schiffen und dem Speicher genutzt.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Das Heizkraftwerk im Alten Hafen
Schon aus einiger Entfernung entdeckt man im Alten Hafen die drei silbernen
Abluftrohre des Heizkraftwerkes der
WVV. Zwischen 2005 und 2006 wurde es für rund 45 Millionen Euro umgestaltet
und zu dem gemacht was es heute ist - ein moderner und durchaus ansehnlicher
Zweckbau. Ganz im Gegenteil zu dem wie es einige Jahrzehnte lang vorher aussah...
Ursprünglich "zierte" ein 105 Meter (!!!) hoher Schlot das Kraftwerk und war auf gleicher Höhe wie die Festung Marienberg. Auf diesem alten Foto kann man sehen wie "erbärmlich" dies damals aussah.
Für die Neugestaltung waren die Architekten
Brückner & Brückner aus Tirschenreuth verantwortlich. Sie erhielten dafür
den Preis "Best architects 2008 in Gold". Zusätzlich erhielt das Bauwerk den
zweiten Preis bei einem bundesweiten Wettbewerb des "Industrieverbandes Feuerverzinken".
Fachzeitschriften werten den Bau als einen der "schönsten Industriebauten
Deutschlands". Die Architekten sind in Würzburg übrigens keine Unbekannten.
Schon der Um- und Anbau des Kulturspeichers wurde von Brückner & Brückner
geplant.
Inzwischen beinhaltet das Kraftwerk eine hochmoderne und 150 Tonnen schwere Gasturbine mit einer Gesamtleistung von 70 Megawatt. Die Zeiten in denen hier also wertvolle Kohle verfeuert wurde gehören damit der Vergangenheit an. Allerdings hat man die alten Kohle-Kessel als Notfallreserve im Kraftwerk stehen lassen.
Letzte Aktualisierung: 31.08.2010








