Der Alte Kranen

Würzburg am Alten Kranen auf einem Stich vom Ende des 18. Jahrhunderts (Quelle: Wikipedia.de)Der Alte Kranen in Würzburg ist das was man getrost als eines der Wahrzeichen der Stadt bezeichnen kann. Er bildet zusammen mit der Alten Mainbrücke, dem Käppele und der Festung Marienberg das unvergleichliche Ensemble der Domstadt.

Der Name "Am Alten Kranen" ist eigentlich nur eine Bank, angelehnt an den alten Mainkran der mit anderen zusammen dem Kranenkai den Namen gab. Der Alte Kranen ist übrigens eines der wenigen Bauwerke in der Stadt, welches die schweren Bombenangriffe vom 16. März 1945 nahezu unbeschadet überstanden hatte.

Adam Friedrich auf einem Konventionstaler von 1764 (Quelle: Classical Numismatic Group, Inc. / Wikipedia.de)Der Kran wie wir ihn heute kennen, ist der "Weitsicht" des Fürstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim (1755 - 1779) zu verdanken. Er wollte aus Würzburg ein "Fränkisches Handelszentrum" machen und dazu auch die günstige Lage der Stadt am Main besser ausnützen. Verträge mit benachbarten Staaten, vor allem Mainz, dienten der Belebung des Güterverkehrs. Um diesen bewältigen zu können, wurde der Kranen am damaligen Ochsentor gebaut. Am 30. August 1767 gab der Fürstbischof dazu seine Genehmigung. Der Kran konnte jedoch erst im Jahre 1773 in Betrieb genommen werden.

Allerdings war der "Alte" nicht der erste Kran in Würzburg am Mainufer, denn der wurde bereits im Jahr 1560 errichtet.

Für die damalige Zeit (und heute erst Recht) war der Kran ein technisch meisterliches Bauwerk. Geplant wurde es von dem Ingenieur Franz Ignaz Michael Neumann, ein Sohn Balthasar Neumanns. Gebaut wurde er aber von Georg Bonitas, einem Vorfahren der Familie Bonitas Bauer aus der Schweiz.

Die beiden Kranarme des beweglichen Helmes wurden mit der Hilfe eines Räderwerks bewegt. Die Lasten wurden aus dem Schiff auf den höher gelegenen Lagerboden befördert. Dies geschah mitteles eins Tretrades welches von zwei Kranenknechten in Schwung gesetzt wurde. Damit konnten Lasten von immerhin bis zu 40 Zentnern (umgerechnet 20 Tonnen) angehoben werden. Für die damalige Zeit war dies definitiv eine sehr beachtliche Leistung!

Blick von der Juliuspromenade zum Alten Kranen Im Gegensatz zum Alten Kranen wurde das kleine Lagerhaus nebenan beim Bombenangriff auf Würzburg zerstört Der Alte Kranen an einem schönen Februartag 2011
Bei schönem Wetter (wie im Februar 2011) genießen die Würzburger hier sehr gerne die Sonnenstrahlen. Blick zum Biergarten am Alten Kranen - im Sommer ein beliebtes Plätzchen in der Stadt Der Alte Kranen an einem schönen Februartag 2011
Blick über die schweren Stahlketten hinüber zu Friedensbrücke und Steinburg im Hintergrund Bei schönem Wetter (wie im Februar 2011) genießen die Würzburger hier sehr gerne die Sonnenstrahlen. Flaniermeile am Mainufer in Würzburg
Bei schönem Wetter (wie im Februar 2011) genießen die Würzburger hier sehr gerne die Sonnenstrahlen. Bei schönem Wetter (wie im Februar 2011) genießen die Würzburger hier sehr gerne die Sonnenstrahlen.

Der "Alte Kranen" ist leider nicht ohne weiteres zu besichtigen. Er ist zwar theoretisch technisch noch nutzbar da im Original erhalten, ist aber heute natürlich nur noch ein Denkmal.

Gastronomie im Alten Kranen

Im und am Alten Kranen gibt es auch gastronomische Betriebe. Unmittelbar neben dem Kranen gibt es den bei Würzburgern und Gästen beliebten Biergarten. Bei beständigem Wetter hat dieser täglich von 11 bis 22.30 Uhr geöffnet. Auf der Terasse am Alten Kranen wurde im Sommer die Odeon Sommerlounge aufgebaut. Im Gebäude selber befand sich früher das Haus des Frankenweins welches aber nach einigen Jahren wegen Erfolglosigkeit wieder geschlossen wurde. Seit dem 10. Dezember 2010 befindet sich im Hauptgebäude nun das italienische Restaurant L'Osteria. Im Südflügel wurde am 11. Februar 2011 der Brauereigasthof Alter Kranen eröffnet.

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Quellenangaben

Die Texte auf dieser Seite stammen zum Großteil aus dem Buch "Würzburger Strassennamen" sowie der freien Enzyklopädie Wikipedia.

Letzte Aktualisierung: 16.01.2012

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Wappen des Fürstbischofs

Das Wappen des Fürstbischofs an der Vorderseite des Alten KranenAn der Vorderseite des Alten Kranen befindet sich das Wappen von Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim, eingeramt von den allegorischen Gestalten Franconia und Moenus. Es trägt folgende lateinische Inschrift:

Accipio Trado Quodlubet Expedio

Zu deutsch: Ich nehme an, übertrage und befördere alles, was man mir gibt.

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