Die Festung Marienberg
Die günstige Lage des nach drei Seiten steil abfallenden Felsplateaus über dem Maintal,
führte bereits um 1000 v. Chr. zum Bau einer befestigten Fliehburg. Ältester Teil
der heute noch existierenden Anlage ist die um das Jahr 1000 errichtete Rundkirche im inneren
Burghof der Festung Marienberg. In den Jahren 1253-1719 war die Festung der Sitz der Würzburer Bischöfe. Diese waren es auch, welche die mittelalterliche Burg erst zu einem wehrhaften Renaissanceschloss und schließlich zur barocken Festungsanlage ausbauten. Heute zeigen hier das Fürstenbaumuseum und das Mainfränkische Museum Würzburg ihre Schätze, und der Fürstengarten bietet einen herrlichen Rundblick über Würzburg.
Der Marienberg war seit der späten Bronzezeit besiedelt. Bereits im frühen 8. Jahrhundert befand sich hier ein Kastell der fränkisch-thüringischen Herzöge. Um das Jahr 1200 begann Bischof Konrad von Querfurt mit der Errichtung einer ungewöhnlich großen Burg. Diese wurde dann im Spätmittelalter weiter ausgebaut und unter Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn bis 1603 im Stil der Renaissance umgestaltet.
Die Erstürmung der Burg im Jahre 1631 durch die Schweden veranlasste den Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn, den Marienberg bis 1658 mit einem Kranz gewaltiger Bastionen zu umgeben. Damit zählte der Marienberg zu einer der bedeutendsten deutschen Festungen. In den Napoleonischen Kriegen wurde diese mehrfach erobert.
Ab der Verlegung der Hofhaltung in die 1720 - 1744 erbaute Stadtresidenz wurde die Festung nur mehr militärisch genutzt. Als 1867 die Festungseigenschaft aufgehoben wurde, nutzte man die Gebäude als Kasernen und Lagerräume. Erst 1938 von der Bayerischen Schlösserverwaltung als Museum eröffnet, brannte die Kernburg am 16. März 1945 im zweiten Weltkrieg bei der Bombardierung von Würburg fast ganz aus. Seit dem Jahr 1947 zeigt das Mainfränkische Museum Würzburg hier im ehemaligen Zeughaus seine Sammlungen. Inzwischen sind die meisten Teile der Gesamtanlage für museale Zwecke hergerichtet. Das von der Stadt Würzburg und dem Bezirk Unterfranken getragene Regionalmuseum bietet einen repräsentativen Querschnitt durch alle Epochen fränkischer Geschichte und Kunst von der Vor- und Frühgeschichte bis zum beginnenden 19. Jahrhundert.
Der langwierige Wiederaufbau der Festung wurde erst 1990 mit der Eröffnung des Fürstenbaumuseums abgeschlossen. (1)
Der Blutstein auf der Festung Marienberg
Als die Schweden im Jahre 1631 nach Würzburg kamen, erstürmten sie auch die Festung Marienberg, das SChloß des Bischofs. Ein wütender Haufe drang in die Kirche ein, wo ein greiser Kapuziner soeben das heilige Meßopfer feierte.
Beim Anblick des Priesters ergrimmte die rohe Schaar, und einer der Soldaten schlug den Unschuldigen mit seinem Schwerte nieder. Sein Blut spritzte auf einen Stein und konnte nicht mehr abgewaschen werden. So zeugt der Blutfleck auf dem Stein noch heute von der Untat. (2)
Helmut Michler
Bilder der Festung Marienberg
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Die folgenden Bilder entstanden Ende Oktober 2010 im sogenannten HDR-Format. HDR bedeutet "High Dynamic Range" - also "Hoher Dynamikumfang". Jedes Bild besteht aus mindestens drei Einzelbildern die unter, -über und normal belichtet sind. Ein spezielles Programm errechnet aus diesen Werten ein Bild mit entsprechend hohen Kontrasten und Tonwertumfang... |
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Die Festung Marienberg grün angeleuchtet
Aus Protest gegen die Todesstrafe, wurde die Festung Marienberg in den vergangenen Jahren immer wieder mal für eine Nacht komplett in grün angeleuchtet. Die Farbe grün steht dabei als Symbol der Hoffnung. Initiator der Lichtaktion war die christliche Laienbewegung Sant Egidio. Die Todesstrafe sollte so ins Bewusstsein der Menschen gerückt
werden.
Weitere Bilder von den Aktionen der vergangenen Jahre kann man hier sehen.
Öffnungszeiten der Museen
Mainfränkische Museum:
April - Oktober Di - So 10 - 17 Uhr
November - März Di - So 10 - 16 Uhr.
Montags geschlossen.
Letzter Einlass 30 Minuten vor Schließung.
Erwachsene 4,- Euro
Gruppen ab 20 Personen 3,- Euro
Schüler, Studenten 2 Euro
Fürstenbaumuseum:
April - Oktober: täglich geöffnet von 10 - 17 Uhr
Montags geschlossen (an Oster- und Pfingstmontag geöffnet).
November bis 15. März geschlossen.
November bis 12. März geschlossen!
Tel. 09 31/ 20 59 40
Fax 09 31 / 2 05 94 56
Busverbindung zur Festung Marienberg
Jeweils von Ende März bis Ende Oktober verkehrt die Buslinie 9 zwischen Residenz, Kulturspeicher und Festung Marienberg im 30 - 45 Minuten-Takt. Den aktuellen Fahrplan findet man als PDF-Dokument auf den Seiten der WVV.
Quellenangaben
- (1) - Wikipedia.de und Schautafeln auf der Festung Marienberg
- (2) - Alexander Schöppner, Sagenbuch der Bayerischen Lande, Band II, München 1874
Letzte Aktualisierung: 16.01.2012











