Die Festung Marienberg grün angeleuchtet
Der
Justizpalast in München und die Würzburger Festung Marienberg wurden am Montag Abend (30.11.2004) in grünes Licht getaucht - aus Protest gegen die Todesstrafe.
Initiator der Lichtaktion war die christliche Laienbewegung
Sant Egidio. Die Todesstrafe sollte so ins Bewusstsein der Menschen gerückt werden.
Die Lichteraktion gegen die Todesstrafe fand in diesem Jahr weltweit bereits zum fünften Mal statt, Deutschland beteiligte sich zum ersten Mal. Dass ausgerechnet Sant Egidio die Aktion unterstützt, liegt an den Grundüberzeugungen der Bewegung: Sant Egidio bemüht sich darum, das Evangelium in der heutigen Zeit zum Wohl von Armen und Unterdrückten in aller Welt umzusetzen. Zu diesen Unterdrückten zählen ebenfalls die Menschen, denen die Todesstrafe droht und mit denen Mitglieder von Sant Egidio in Kontakt stehen: Auch von Würzburg aus werden Briefe in die Todeszellen verurteilter Straftäter in die Vereinigten Staaten geschickt, "viele sitzen zu Unrecht dort", sagt Matthias Leineweber.
Gemeinsam
mit anderen Gruppierungen hat Sant Egidio nach eigenen Angaben in 145 Ländern
der Welt bereits über vier Millionen Unterschriften gegen die Todesstrafe gesammelt.
Unterstützung bekommt die Unterschriftenaktion auch von Seiten der Politik: Bayerns
Justizministerin Beate Merk etwa ließ am Donnerstag verlauten, sie begrüße die
Aktion: Sie sei im Geiste des Grundgesetzes aufgewachsen und empfinde die Todesstrafe
als zutiefst unmenschlich.
Aktion 2006
Die Stadt Würzburg war gemeinsam mit ca. 200 anderen Städten rund um den Globus am Welttag gegen die Todesstrafe (30.11.2006) auch wieder aktiv und hat ein Zeichen für das Leben gesetzt. In vielen Metropolen wurde am 30. November ein charakteristisches Gebäude in der Farbe der Hoffnung angestrahlt - in Würzburg wurde auf Veranlassung der damligen Oberbürgermeisterin Pia Beckmann die Festung wie in den vergangenen Jahren grün erleuchtet. Diese Geste möchte für ein Thema sensibilisieren, dass noch in zu vielen Ländern traurige Wirklichkeit ist. Gerade die europäischen Länder sind auf diesem Gebiet bemüht, für eine weltweite Abschaffung der Todesstrafe einzutreten. Für die neue Farbe sorgten 48 Scheinwerfer, die von Mitarbeitern der Stadtwerke Würzburg für diesen Zweck umgestellt wurden.
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Aktion 2008
Auch im Jahr 2008 fand wieder die Aktion gegen die Todesstrafe statt. Die Bilder dazu befinden sich oben auf der Seite...
Aktion 2010
Auch in diesem Jahr wird die Festung wieder für eine Nacht in grünes Licht getaucht! Die Stadt schreibt dazu in einer Pressemitteilung:
Würzburg beteiligt sich an der Kampagne "Städte fürs Leben - Städte gegen Todesstrafe" der Gemeinschaft Sant'Egidio. Gemäß dem Motto "No Justice without Life" (Keine Gerechtigkeit ohne Leben) wird die Festung Marienberg am Abend des 30. Novembers grün angestrahlt. Ein Zeichen der Hoffnung, dem sich immer mehr Kommunen anschließen.
Über 1.200 Städte in 83 Ländern, darunter 61 Hauptstädte, beteiligen sich an der Aktion. In vielen Metropolen wird an diesem Tag ein charakteristisches Gebäude besonders beleuchtet, so etwa in Rom das Kolosseum, in Brüssel das Atomium, in Aachen das Ponttor, in Würzburg die Festung, in Berlin der Rathausturm oder in Nürnberg die Straße der Menschenrechte. Andere Städte führen besondere Aktionen durch, so wird in Leipzig 5 Minuten vor jeder vollen Stunde die Glocke im Carl-Goerdeler-Denkmal geläutet. Mit diesen Gesten und einer Reihe von öffentlichen Veranstaltungen wollen die Organisatoren ihren Protest gegen die Unmenschlichkeit der Todesstrafe zum Ausdruck bringen. In Deutschland ist die Zahl der beteiligten Städte in diesem Jahr auf 132 angestiegen, darunter Berlin, Hannover, Köln, Stuttgart, Bonn, Mönchengladbach, Schwerin, Bremen, Weimar und zahlreiche kleinere Städte.
Weitere Informationen finden im Internet unter www.santegidio.org
Letzte Aktualisierung: 16.01.2012









