Graffiti in Würzburg

Graffiti, Einzahl Graffito, steht als Sammelbegriff für von privater Hand angebrachte Bilder oder Schriftzüge auf Oberflächen des öffentlichen Raums. Graffiti erscheinen in einer Vielzahl von Ausprägungsformen.

Graffiti gibt es natürlich auch in Würzburg jede Menge. In der Regel handelt es sich dabei um Schmierereien. Sehr oft sind es aber auch schöne Kunstwerke die so manch eine hässlich graue (Beton) Stelle ansehnlich macht.

Auf dieser Seite möchte ich einige Beispiele zeigen - sowohl hässlich als auch schön. Was dabei was ist, liegt natürlich immer schwer im Auge des Betrachters...

Graffiti an der Klostermauer

Ich persönlich finde es immer wieder bemerkenswert, wie detailgetreu Zeichnungen mit einer Spraydose werden können...Die Künstlergruppe "Hypozentrum" hat sich im Jahr 2006 an einer außergewöhnlichen Aktion der katholischen Kirche in Würzburg beteiligt. Im Zusammenhang mit dem Fastenkurs der Würzburger Augustiner zum Thema "Freiheit und Gesetz" gestalteten sie die Klostermauer in der Dominikanergasse neu.

Graffiti an der KlostermauerDie Idee zu der Aktion war während der Vorbereitung des Fastenkurses entstanden. Die Augistiner hatten sich daraufhin an den Bechtolsheimer Hof, das Jugendzentrum in der Nachbarschaft, gewandt. Dort erinnerte man sich an einen der Künstler und vermittelte den Kontakt. Die Weichen für die Zusammenarbeit von Künstlern und Ordensleuten waren gestellt. Für Bruder Peter Reinl, Prior des Klosters, ist das Projekt ein wichtiges Beiprodukt des diesjährigen Fastenkurses. "Mit dieser Aktion wollten wir das Thema durch ein ganz anderes Medium aufgreifen. Das ist besonders reizvoll, weil die Graffiti als Sprache für viele Menschen eher negativ besetzt ist", erklärte er.

Der Fastenkurs hat sich auf vielfältige Art und Weise mit dem Thema "Freiheit und Gesetz" beschäftigt, musikalisch, wissenschaftlich, politisch und theologisch. Auf diese Weise wollten die Augustiner den Menschen kirchen- und gesellschaftspolitische Themen näher bringen. "Mit dieser Vielfalt von Ausdrucksformen, wozu auch die Graffiti zählen, wollten wir unterstreichen, dass alle Lebensbereiche sich im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Gesetz bewegen müssen", erläuterte Reinl. "Eine einseitige Auflösung in die eine oder andere Richtung, ohne den jeweiligen Gegenpol, wäre dem Leben in Gesellschaft und Kirche abträglich".

Nicht nur bunt und tiefsinnig sondern richtig witzig diese Zeichnungen... Freiheit ist hier das große Thema... Graffiti in der Dominikanergasse an der Klostermauer
Graffiti in der Dominikanergasse an der Klostermauer Graffiti in der Dominikanergasse an der Klostermauer Das Augustinerkloster

Das Sprayen und das Malen sei für die Künstler mehr als ein Hobby, vielmehr ihre Leidenschaft, bekannten sie. Einer von ihnen bedauert die geringe Anzahl an Sprayflächen. Vor allem für die Jugend sei dies sehr schade. Seit die Stadt vor ein paar Jahren bisher freie Graffiti-Flächen zurückgenommen habe, seien die Gestaltungsflächen rar geworden, was ihrer Meinung nach das heimliche und verbotene Sprayen fördere. Leider ließen die Verantwortlichen der Stadt nicht mit sich darüber reden. (1)

Graffiti auf Beton

Die in Würzburg wohl bekannteste Stelle für Graffiti sind die beiden lang gezogenen Betonmauern an der Unterführung Zeppelinstraße im Stadtteil Frauenland. Der Bau ist ein eigentlich hässlicher und für die 1970er Jahre typischer Straßenzweckbau der förmlich nach Verschönerung "schreit". Hier ist es für meinen Geschmack wirklich gut und vor allem schön bunt gelungen. Warum gibt es nicht mehr davon? Genug hässliche Betonmauern gibt es ja schließlich reichlich in der Stadt...

Graffiti im Sonnenschein
 
Beeindruckende Farbvielfalt und Detailgenauigkeit
 

 
Der Sinn hinter manchen Graffitis erschließt sich dem Betrachter nicht immer sofort
 

 
Auch im Gegenlicht recht schön anzusehen...
 

Die hier oben gezeigten Graffiti wurden zum Großteil von "Poison Heart Tattoo" aus Würzburg  erstellt und können neben anderen Werken auch auf der Homepage des Künstlers betrachtet werden.

Weitere Stellen mit Graffiti

Natürlich gibt es noch viele weitere Stellen mit mehr oder weniger gut gelungenen Wandmalereien im Stadtgebiet. Diese soll dann zukünftig hier auch noch einen Platz finden um das Gegenteil von "gut und gelungen" auch zu zeigen.

Die Folgenden Bilder wurden mir z.B. von Kurt aus Würzburg zur Verfügung gestellt. Er hat sie - wie er sagt - vor rund 10 Jahren in der Unterführung am Europastern und in der Nähe der Lindleinsmühle aufgenommen.

Technisch sieht man schon, dass diese Bilder 1. nicht so schön und 2. von der Witterung gezeichnet sind.

Die verrückte Kuh

Fortsetzung folgt...

Quellenangaben

(1) Artikel von katholisch.de

Letzte Aktualisierung: 25.04.2010

Anzeige