Die Heiligenfiguren auf der Alte Mainbrücke in Würzburg
Auf der Alten Mainbrücke steht seit über 200 Jahren eine Multikulti-Gesellschaft:
zwei Palestinänser (Maria und Josef), drei Iren (Kilian, Kolonat und Totnan), ein Österreicher (Bruno), ein Böhme (Johann von Nepomuk), ein Engländer (Burkard), ein Italiener
(Karl Borromäus), zwei Deutsche (Karl der Große und Pippin der Kurze) und ein Belgier (Friedrich).
Der Belgier ersetzte einen Spanier; ursprünglich sollte der Heilige Christopherus an seiner Stelle stehen. Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn wollte ihn aber als Namenpatron auf dem Sockel haben.
Ein Rätsel ist, was es mit diesem Friedrich auf sich hat. Der Schönborn kommentierte einen Entwurf des Bildhauers Claude Curé, dass "der Friedericus alß ein Kayßer vorgesellt ist, wir hingegen keine Heilig Fridericum wissen, der ein Kayßer oder oder König geweßen wäre". Zwei bieten sich an, einer aus Utrecht, einer aus Lüttich. Der Würzburger Friedrich wusste von keinem genaues. Das war ihm auch egal, Hauptsache: ein Friedrich. (1)
Die 12 Figuren
Den Namen der jeweiligen Figur erfahren Sie, wenn Sie mit der Maus über die Bilder fahren. Jedes Bild lässt sich durch Anklicken vergrößern. Übrigens: Alle Figuren sind über 4,50 Meter groß und zeigen bis auf eine Figur nur heilige. Sie wurden im 18. Jahrhundert (um 1730) angebracht und zwischen 1880 und 1920 durch neue Figuren ersetzt. Die Bilder entstanden alle im April 2010.
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Würzburger Mundart versus hochdeutsch
Würzburger Wahrzeichen Auf der Wörzborger Brucka steha zwelf großa Heiligebilder von Ste. Wenn von alters her a Handwerksborsch von Wörzborg nach Karlstadt kumma is, is er auf der Polizei dort g´fragt worn: "Was mache die Heilige auf der Brucka in Wörzborg?". Und wenn er nit hat sag kenn: "Sie mache a Dutzend", so ham sén no e mol nach Wörzborg zeruckg´schickt, dass er die Stadt Wörzborg kenna lern kennt. (2) Würzburger Mundart |
Die Heiligen auf der Mainbrücke Auf der Würzburger Mainbrücke stehen zwölf große Heiligenbilder. Wenn früher ein Handwerksbursch von Würzburg nach Karlstadt kam, wurde er vom Meister gefragt: "Was machen die Heiligen auf der Brücke in Würzburg?". Wenn der Gesell dann antwortete: "Das Dutzend voll", hatte er bewiesen, dass er in der Bischofsstadt war, und er bekam als eherlicher Handwerksbursche sein Zehrgeld. (3) Carlheinz Gräter |
Quellenangaben
- (1) - Text aus dem Main-Post Artikel "Multikulti über dem Main" vom 08.12.2004
- (2) - Alexander Schöppner, Sagenbuch der Bayerischen Lande, Band II, München 1874
- (3) - Sagen und Schwänke aus Franken, S. 54 - Rosengarten, Konstanz 1971
Letzte Aktualisierung: 22.01.2012















