Das Mainviertel in Würzburg

Blick auf das Mainviertel unterhalb der Festung von der anderen Mainseite ausDas Mainviertel (die Würzburger sagen "Meeviertel") ist auch als "Fischerviertel" bekannt. Grund dafür sind die ersten Bewohner die in früheren Zeiten der Stadt überwiegend eben dieser Zunft angehörten. Als Gründungsjahr der Fischerzunft Würzburg gilt nach alter Überlieferung das Jahr 1010. Die erste Erwähnung der Zunft findet sich in einer Urkunde des Fürstbischofs Berthold von Sternberg vom 17. März 1279. Im Mainviertel zu Würzburg ist schon wenige Jahre später eine Fischergasse - Viskus piscatorum - urkundlich bekannt. Der Stadtteil ist damit einer der ältesten von Würzburg. Er befindet sich teilweise direkt unterhalb der Festung Marienberg und verläuft zwischen der Ludwigsbrücke (die Würzburger nennen sie "Löwenbrücke"), vorbei an der Alten Mainbrücke bis zur Friedensbrücke.

Bilder und Informationen

St. Kilian auf der alten MainbrückeDas Mainviertel beginnt gleich nach der Alten Mainbrücke. Hier auf dem Bild steht eine Hand voll Touristen und beobachtet die Mainschifffahrt an der Mainschleuse von Würzburg.

Das "Spitäle" ist eine der meistbesuchten Galerien in Würzburg und UmgebungDirekt nach der Alten Mainbrücke trifft man auf das "Spitäle". Das über 500 Jahre alte Gebäude ist eine der schönsten und meistbesuchten Galerien in Würzburg und Umgebung und wird seit über 40 Jahren von der "Vereinigung Kunstschaffender Unterfrankens" (VKU) genutzt. Die ehemalige Kirche - Teil des Hospitals "Zu den 14 Nothelfern" - wurde von Johann von Allendorf, letzter Abt und erster Propst von St. Burkhard, 1494 gestiftet und unter Fürstbischof Friedrich von Wirsberg (1558-1573) erweitert. In der Folgezeit bürgerte sich der Name "Hofspital" ein. 1793 erfolgte die Umgestaltung der Kirche durch den Architekten Adam Selentin Fischer. Ihre Fassade ist zur Alten Mainbrücke hin ausgerichtet: eine klassizistische Antentempelfront mit Eckpilastern, eingestellten Vollsäulen und abschließendem Dreiecksgiebel.

Enge und steile Gassen sind typisch für das Viertel. Am linken Rand sieht man die Mauer des ehemaligen Ruinengrundstücks das durch den Neubau der "Spitäle Galerie" ersetzt wurde.Bis Ende der 1990er Jahre befand sich unterhalb der Festung Marienberg und in unmittelbarer Nähe rechts des Spitäles, eine ehemalige Ruine der Zerstörung Würzburgs. Heute steht an dieser Stelle ein moderner Wohnblock mit schicken Eigentumswohnungen in exklusiver innenstadtnaher Lage (die "Spitäle-Galerie"). Im Innenhof befinden sich mehrere Geschäfte, Arztpraxen usw. Charakteristisch für das Mainviertel sind vor allem die engen und teilweise steilen Gassen mit ihren Häusern die sich teilweise direkt an den Festungsberg anschmiegen.

St. Burkard - auch "Burkarder Kirche" genannt, ist die <strong>älteste Kirche Würzburgs</strong>St. Burkard - auch "Burkarder Kirche" genannt, ist die älteste Kirche Würzburgs, benannt nach Burkard (* 700, + 754), der 742 von Bonifatius zum ersten Bischof der Stadt geweiht wurde. Zunächst war die Kirche Teil eines Benediktinerklosters, welches 1470 in ein Ritterstift umgewandelt wurde. Mit der Säkularisation und der damit verbundenen Auflösung des Stifts 1803, gelangte die Kirche in den Besitz der Pfarrei.

Die Jugendherberge Würzburg (links) und das "Cairo" (rechtes Gebäude) im ehemaligen Frauengefängnis der StadtDirekt links neben St. Burkard befindet sich das Jugendzentrum "Cairo". Noch im 18. Jahrhundert befand sich in dem Gebäude das Frauengefängnis der Stadt. Direkt nebenan in der Burkarderstrasse 44 ist die Jugendherberge Würzburg in einem schönen Gebäude direkt unterhalb der Festung untergebracht. Wer dort nächtigt, hat aus einigen Fenstern einen direkten Blick auf die Festung... (1)

Bilder aus dem Mainviertel


Die Mainschleuse
Einen richtig "romantischen" Blick zur Festung hat man teilweise aus den Hinterhöfen des Mainviertels
Beim Neubau einiger Gebäude hat man versucht die alten Bestandteile ehemaliger Gemäuer mit in die Neubauten einfließen zu lassen.
Neubauten im Mainviertel direkt am Fuß des Festungsberges. Die Gebäude gehören zur "Spitäle Galerie"
Enge Gassen im Mainviertel
Die Zeller Straße verbindet das Mainviertel mit der Zellerau und ist ein verkehrstechnisches Nadelöhr in Würzburg. Auf dem Bild sieht man auch die zwischen 1270 und 1320 errichtete evangelische Deutschhauskirche.
Die Klosterkirche Don Bosco wird auch "Schottenkirche" genannt, da sie von schottischen Mönchen gebaut wurde, am "Schottenanger" steht und dem Apostel Jakobus geweiht war.
Hier im Nigglweg befindet sich mit dem "WUF-Zentrum" der Anlaufpunkt für schwule und lesbische Leute mit einem ausführlichen Kultur- und Veranstaltungsprogramm. Im Hintergrund sieht man "Don Bosco".
Häuserfronten wie diese in der Katzengasse geben dem Mainviertel ein charakteristisches Gesicht.
Das Deutschaus Gymnasium an der Zeller Straße. Das Original-Gebäude stammt aus dem Jahr 1975 und wurde 2008 generalsaniert und um einen Neubau zur Straße hin erweitert.
Die Eisbahn am Nigglweg ist im Winter ein Klassiker den jeder Teenager in der Stadt kennt und sicherlich auch schon alleine oder mit der Schulklasse besucht hat.
Straßenbahnhaltestelle am Neunerplatz. Im Zuge der Landesgartenschau 1990 wurden die Strecke aus der Straßenmitte in ein eigenes begrüntes Gleisbett verlegt.
Die Umweltstation der Stadt Würzburg am Nigglweg wurde 1990 zur Landesgartenschau hier eröffnet.
Eines der letzten öffentlichen Bäder in Würzburg ist das "Nautiland" am Nigglweg.

 
Das Mainviertel bei Google-Maps

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Quellenangaben
  • (1) - Teilweise aus verschiedenen Artikeln von Wikipedia.de entnommen
  • (2) - Alexander Schöppner, Sagenbuch der Bayerischen Lande, Band II, München 1874

Letzte Aktualisierung: 17.01.2012

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Der Burkadusweck

Der heilige Burkadus, der erste Bischof von Würzburg, ließ einst während einer Hungersnot bei einem Bäcker Wecke backen und sie täglich unter die armen Leute verteilen.

Deshalb feierte das Würzburger Volk lange Zeit hindurch seinen Jahrtag am 14. Oktober mit einer alten Sitte.

Es wurden von den Bäckern Wecke von eigener Form, der eines Ringes unter dem Namen "Burkadusweck" gebacken. Freunde, die sich an diesem Tag zufällig begegneten, grüßten sich um einen Burkadusweck. Derjenige bekam ihn, der dem anderen mit dem Gruße "Guten Morgen um einen Burkadusweck!" zuvorgekommen war.

Heute noch werden solche Burkaduswecke von den Bäckern im Mainviertel gebacken. Und die Kinder der Burkader Schule bekommen an diesem Tage zur Pause einen Burkadusweck geschenkt.* (2)

Helmut Michler

* Ob dies heute wirklich noch so ist, kann ich aktuell nicht sagen - ich vermute aber, dass dieser Brauch längst nicht mehr existiert. Über weitere Informationen würde ich mich freuen!

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