Würzburger Zollhäuser

Die fünf Würzburger Zollhäuser stammen aus einer längst vergangenen Zeit, die heute kaum noch nachvollziehbar zu sein scheint. Sieht man sich die Positionen der Zollhäuser auf einer Landkarte an, so stellt man schnell fest, dass sich alle Häuser außerhalb des Stadtkerns (damals natürlich der Stadtmauer) und an den Einfallstraßen nach Würzburg befinden.

Diese Tafel ist am Eingang des Zollhaus Steinbachtal angebracht und zeigt die Beträge welche damals erhoben wurden.

Tafel am Zollhaus Steinbachtal.

Wer also in die Stadt Würzburg wollte, der musste erst mal für seine mitgeführten Waren einen Zoll entrichten.

Die genaue Funktion der Zollhäuser in Würzburg ist mir bis dato nicht wirklich bekannt. Dass Geld kassiert wurde und dass dies in den städtischen Finanztopf ging, ist klar. Wer aber waren die Zöllner? Warum wurden die Häuser erst um 1890 gebaut? Was war davor? usw.

Die Zeiten, in denen Zollhäuser auf der Landkarte zum ganz normalen Straßenbild gehörten, sind natürlich lange vorbei. Auch die Preise, die „damals“ von Reisenden bezahlt werden musste, sind lange in Vergessenheit geraten.

Nur gut, dass am Zollhaus Steinbachtal eine Tafel über das „Pflastergeld“ von anno dazumal informiert. Ein Klick auf das Bild vergrößert die Ansicht.

Über das weiter unten gezeigte Zollhaus in der Frankfurter Straße im Stadtteil Zellerau schreibt das Würzburgwiki Folgendes:

Die Würzburger Zollhäuser

Bis ins Jahr 1934 wurden hier die Abgaben für die Stadt wie Fleischaufschlag, Pflasterzoll, Wein- und Bieraufschlag erhoben. Bis zum Beginn des 1. Weltkrieges kassierte die Stadt Würzburg an den Ausfallstraßen, den städtischen Pflasterzoll, der noch im Geschäftsjahr 1914 dem Stadtsäckel die beachtliche Summe von 20.000 Mark einbrachte. 1)Artikel in Wuerzburgwiki über das Zollhaus Frankfurter Straße → Abgerufen am 06.01.2013 Es ist also davon auszugehen, dass an den anderen Zollhäusern ähnlich bis gleich verfahren wurde.

Bilder und Informationen zu den Würzburger Zollhäusern

Alle Gebäude sind heute denkmalgeschützt und wurden jeweils in den Jahren zwischen 1890 und 1895 errichtet. 2)Informationen zu den Zollhäusern stammen aus dem Wikipedia-Artikel zu den Baudenkmälern in Würzburg Für weiterführende Informationen bitte die Bilder anklicken.

Die Würzburger Zollhäuser auf einer Google-Map

Zur Veranschaulichung der Örtlichkeiten gibt es hier eine Google-Map, auf der die Würzburger Zollhäuser mit Bildern und weiteren Informationen verzeichnet sind. Gut zu erkennen ist die strategische Errichtung an allen (damals wie heute) wichtigen Einfallstraßen nach Würzburg.

Ob es auch in nördlicher Richtung – also bei Oberdürrbach bzw. Grombühl ein Zollhaus gab, ist mir nicht bekannt. Eventuell befand sich aber an dieser Stelle auch nur ein einfacher Zollposten mit Schranke, der das Pflastergeld erhoben hat.

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