Der Würzburger Stadtteil Sanderau
Die Sanderau ist ein Stadtteil von Würzburg. Sie gilt als der älteste Stadtteil außerhalb der ehemaligen Stadtmauer.
Die Sanderau ist aufgrund der Nähe zur Innenstadt bei Senioren und
wegen der Nähe zur juristischen und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität insbesondere bei Studenten beliebt. Die Sanderau ist mit weiteren Ortsteilen über zwei Straßenbahnlinien
(Linie 1 und 4) verbunden. Ein beeindruckendes Bauwerk ist die Adalberokirche,
die erst 1899 erbaut wurde, um auch den Anwohnern dieses Stadtteils eine
angemessene Kirche zu geben. Ausführliche Informationen über St. Adalbero gibt es auf der Unterseite "Würzburg historisch - Bilder und Informationen aus vergangenen Tagen".
In der Sanderau befindet sich unter anderem auch die Agentur für Arbeit (siehe weiter unten) und die S.Oliver-Arena (ehemals Carl-Diem-Halle), die u.a. für Sportveranstaltungen, Musikkonzerte und andere Großveranstaltungen genutzt wird. (1)
Bilder und Informationen

Zum Stadtteil gehört auch der Sanderrasen am Exerzierplatz. Dieser öffentliche Sportplatz wird vor allem in den
Sommermonaten von vielen Jugendlichen zum Fußball- oder Basketball
Spielen verwendet; aber auch Marathon-Läufer sieht man hier immer
wieder auf der Gummibahn. Der heutige Platz diente im vorigen
Jahrhundert in der Tat als "Exerzierplatz" für die Militärs. Bis in das
Jahr 1924 fand auf dem Sanderrasen auch das Kiliani-Volksfest statt, das heute auf der Talavera beheimatet ist. Die Franz-Ludwig-Straße ist neben der
Randersackerer Straße und dem Mainkai eine der
Ausfallstraßen aus der Sanderau. Sie führt vorbei an der Adalbero Kirche
in Richtung des Stadtteils Frauenland.
Die Weingartenstraße und die Traubengasse haben
ihre Namen von den Weingärten die hier früher an die Stadt Würzburg angrenzten.
Sehr viele der Häuser in diesen Straßen haben deshalb noch
feucht-kühle
Gewölbekeller. Ursprünglich dienten sie als Weinkeller und werden inzwischen natürlich von den Anwohnern ganz normal
als Keller genutzt.
Die Schiller-Schule in der Felix-Dahn-Straße ist eines der älteren
Gebäude des Stadtteils und wurde 1907 errichtet. Noch bis vor einigen
Jahren war hier eine Grund- und Hauptschule untergebracht. Zur Schule
ging hier unter anderem auch Jürgen Weber (1990 - 2002 Oberbürgermeister
von Würzburg). Teilweise waren auch andere (ausgelagerte) Schulen im hinteren
Gebäude mit eingezogen. Heute kann man in der Schiller-Schule unter
anderem das Abendgymnasium besuchen. Im Innenhof befindet sich die Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr Sanderau.
An vielen Stellen in diesem Stadtteil gibt es immer wieder Häuser die nach
dem Krieg und der fast totalen Zerstörung von Würzburg im ursprünglichen Stil wieder errichtet wurden.
So auch dieses an den Jugendstil erinnernde Gebäude.
Die meisten Gebäude entstanden aber wohl nach dem Krieg beim Wiederaufbau von Würzburg.
Zwischen den 1960er Jahren wurde der Stadtteil Sanderau um einige
Straßen und viele (kleinere) Hochhäuser ergänzt. In dieser Zeit (1967) entstand
auch die katholische St. Andreas Kirche mit ihrer charismatischen Pyramidenform. Äußerlich macht sie eher den
Anschein eines Zweckbaus und ist vielleicht nicht unbedingt "hübsch"
anzusehen. Von innen ist sie jedoch sehr interessant! Die spitz
zulaufende Dachkonstruktion mit ihren gezielt gesetzten Lichtschächten
ergibt eine besondere Akustik und natürlich einen sehr interessanten
Lichteinfall (siehe Bilder weiter unten).
Eine
der letzteren großen Wohnungsbaumaßnahmen fand Anfang der 1990er Jahre
in der Eichendorffstraße in der Sanderau statt. Auf dem Gelände auf dem
sich heute die Häuser 12a-f und 14b-d befinden, stand ursprünglich ein
großes Autohaus der Firma Georg Opel. Die Firma wurde geschlossen und
die Gebäude wurden abgerissen und durch den "Wohnpark Sanderau" ersetzt.
Aus den Häusern in "exklusiver Lage" hat man teilweise einen traumhaft
freien Blick auf Festung Marienberg und das Käppele.
Ähnlich
erging es übrigens auch der Firma "Kramag". Die lange Zeit leer
stehenden Gebäude der ehemaligen Autowerkstätten zwischen Exerzierplatz
und Weingartenstraße, wurden
Anfang
der 1990er Jahre abgerissen und durch einen großen Wohnblock ersetzt.
Wegen der direkten Nähe zu Uni und Stadtmensa leben hier überwiegend
Studenten in 1 - 2 Zimmer Appartements.
Gleich die nächste Querstraße nach der Eichendorffstraße ist die Schießhausstraße. Hier befindet sich unter anderem die Agentur für Arbeit in Würzburg. Im vorderen Teil des Gebäudes am daneben liegenden Ludwigkai - das nicht vom Amt benutzt wird - befand sich bis vor einigen Jahren die Verwaltung der Amerikanischen Streitkräfte in Würzburg. Schon vor dem Krieg hatte dieses Gebäude eine "militärische" Nutzung. In den Häusern Ludwigkai 4-6 befanden sich unter anderem die NSDAP-Ortsgruppe und die NS-Frauenschaft (2). Im Hinterhof der Arbeitsagentur wurden in den vergangen Jahren auch neue und sehr rmoderne Häuser gebaut. Der Hinterhof schließt sich direkt an die Eichendorffstraße an.
Ganz am Ende des Stadtteils Sanderau befindet sich in der Stettiner Straße das Kaufmännische Berufsschulzentrum (KBBZ) und nebenan die Städtische Hauswirtschaftsschule (die Würzburger nennen sie auch liebevoll "Knödelakademie"). Direkt an das KBBZ angeschlossen ist die S. Oliver Arena. Noch bis vor einigen Jahren hatte sie den Namen "Carl-Diem-Halle".
Carl Diem wurde 1882 in Würzburg geboren und war ein deutscher Sportfunktionär-
und Wissenschaftler sowie Urheber des olympischen Fackellaufs in der Neuzeit. Im März 1945, als der Krieg längst verloren
war und russische Truppen Teile des Sportforums bereits eingenommen hatten,
schwor Diem die versammelte Hitlerjugend in einem flammenden Appell auf
den Endkampf ein: "Wunderbar ist der Tod, wenn der edle Krieger für
das Vaterland fällt." Daraufhin starben 2.000 Jugendliche beim Versuch,
ihr Sportfeld zurück zu erobern. Auch Sätze wie "Sport ist freiwilliges
Soldatentum" stammen von Carl Diem. Eine nach ihm benannte Medaille
wird in Würzburg nicht
mehr vergeben. Nach einer Distanzierung des Leiters der von
Diem in Köln gegründeten Deutschen Sporthochschule 1995, wurden Schulen, Straßen und Sporthallen,
die nach Carl Diem benannt waren, umbenannt. So beispielsweise auch 2004
nach langen Diskussionen die gleichnamige Halle in Würzburg.
Der Betriebshof der Würzburger Straßenbahn wurde 1979 erbaut und beherbergt nahezu alle Busse und sehr viele der Straßenbahnen. Das Gebäude hat mehrere Ebenen. Im Keller befindet sich der Parkplatz für die Omnibusse. Im Erdgeschoss sind Werkstatt, Waschanlage und natürlich die Stellplätze für einige der Straßenbahnen. In den oberen Stockwerken sind Verkehrsleitung und Personalräume usw. Mit der Erweiterung des Liniennetzes Ende der 80er Jahre in den Stadtteil Heuchelhof und später nach Rottenbauer, wurde dort ein zweiter Betriebshof im Industriegebiet errichtet.
Weitere Bilder aus dem Stadtteil Sanderau
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Die Sanderau bei Google-Maps
Verwenden Sie auch den Stadtplan mit Straßensuchfunktion...
Quellen
1 Informationen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia.de.
2 Facharbeit: Nationalsozialistische Einrichtungen in Würzburg
Letzte Aktualisierung: 17.01.2012
















