Festung Marienberg in grün

Die Stadt Würzburg hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder an der Aktion „Städte fürs Leben – Städte gegen Todesstrafe“ der christlichen Laienbewegung Sant Egidio beteiligt. Dabei werden weltweit am 30. November bedeutende Gebäude in der Farbe der Hoffnung angeleuchtet – in Würzburg ist dies natürlich die Festung Marienberg.

Die Festung Marienberg leuchtet grün

Die Festung Marienberg am 30. November 2017.

Die Aktion gibt es seit dem Jahr 1999 – Würzburg ist seit 2004 Jahr für Jahr aufs Neue dabei und setzt damit ein Zeichen für das Leben und gegen die Todesstrafe. Die Todesstrafe sollte so ins Bewusstsein der Menschen gerückt werden.

Dass ausgerechnet Sant Egidio die Aktion unterstützt, liegt an den Grundüberzeugungen der Bewegung: Sant Egidio bemüht sich darum, das Evangelium in der heutigen Zeit zum Wohl von Armen und Unterdrückten in aller Welt umzusetzen. Zu diesen Unterdrückten zählen ebenfalls die Menschen, denen die Todesstrafe droht und mit denen Mitglieder von Sant Egidio in Kontakt stehen:

Auch von Würzburg aus werden Briefe in die Todeszellen verurteilter Straftäter in die Vereinigten Staaten geschickt, „viele sitzen zu Unrecht dort“, sagt Matthias Leineweber von Sant Egidio.

Gemeinsam mit anderen Gruppierungen hat Sant Egidio nach eigenen Angaben in 145 Ländern der Welt bereits über vier Millionen Unterschriften gegen die Todesstrafe gesammelt. Unterstützung bekommt die Unterschriftenaktion auch vonseiten der Politik.

Warum der 30. November der „Welttag gegen die Todesstrafe“ ist

Kaiser Leopold II. war es, der am 30. November 1786 im Großherzogtum Toscana als erste Land Folter und Todesstrafe abschaffen lies. Dem vorausgegangen war die Abhandlung des italienischen Rechtswissenschaftlers Cesa­re Bec­ca­ria im Jahr 1766. Beccaria schrieb darin:

„Kann ei­ner po­li­ti­schen Kör­per­schaft, die, weit ent­fernt, aus Lei­den­schaft zu han­deln …, je­ne un­nüt­ze Grau­sam­keit, das Werk­zeug der Wut, des Fa­na­tis­mus oder schwa­cher Ty­ran­nen in­ne­woh­nen?“.

Er for­der­te den voll­stän­di­gen Ver­zicht auf Fol­ter und To­des­stra­fe.

„Sor­get da­für, dass die Ge­set­ze we­ni­ger die Klas­sen der Men­schen be­güns­ti­gen als die Men­schen schlecht­hin“, schrieb er. Nicht mehr der Ge­danke an Süh­ne, son­dern ein auf Rechts­si­cher­heit aus­ge­rich­te­tes hu­ma­nes Straf­recht soll­te neue We­ge in der Ver­bre­chens­be­kämp­fung wei­sen. 

Bec­ca­ri­as Werk ern­te­te Ju­bel eben­so wie schärfs­ten Ta­del. Auf frucht­ba­ren Boden fie­len sei­ne Gedanken bei Leo­pold I., (als Kai­ser Leo­pold II.) Groß­her­zog der Toskana. 1)Informationen aus dem „Zeitpunkte Archiv“ -> abgerufen am 02.12.2017

Bilder von Aktionen der vergangenen Jahre

Unterwegs in Würzburg

Für meine Videoreihe „Sonntagsvideo“ war ich am 30.11.2017 unterwegs um mir die grün leuchtende Festung Marienberg aus verschiedenen Blickwinkeln anzusehen.

Mehr Informationen

Quellenangaben   [ + ]

Diesen Artikel kommentieren