Hochwasser

Hochwasser in Würzburg treten beinahe jährlich auf. Der Main kann dabei nach lang anhaltenden Niederschlägen oder nach der Schneeschmelze hohe Wasserstände erreichen.

Blick auf den Main beim letzten großen Hochwasser im Januar 2011.

Blick auf den Main beim letzten großen Hochwasser im Januar 2011.

Bei einem Jahrhundert-Hochwasser tritt der Main in Würzburg bis an das Rathaus heran und überflutet eine Altstadtfläche von etwa 25 Hektar. Das Wasser kann sogar fast bis zum Dom hinaufgelangen.

Die Stadt ist deswegen bemüht, einen sicheren Schutz gegen das Hochwasser zu errichten. Mit diesem wurde bereits 1971 begonnen. Der komplette Hochwasserschutz ist 2009 vollendet worden und soll nun ein hundertjährliches Hochwasser abhalten können.

Im Januar 2003 gab es in Würzburg das stärkste Hochwasser seit 1970, welches allerdings, bedingt durch den seit Mitte der 1980er-Jahre fertig gestellten provisorischem Hochwasserschutz, nur wenige Schäden anrichtete.

Das Hochwasser, das durch starke Niederschläge auf gesättigten Böden ausgelöst wurde, erreichte am 6. Januar 2003 Würzburg und hatte einen Wasserstand von 648cm, bei einem Abfluss von 1350 m³/s. Es handelte sich um ein 10- bis 20-jährliches Hochwasser. 1)Wikipedia Artikel zum Thema

Bilder vom Hochwasser in Würzburg 1970

Die folgenden Bilder aus dem Jahr 1970 stammen von einer privaten Webseite aus dem Nachlass und Archiv des Würzburgers Otto Richter. Mit 6,69m war es am 25.02.1970 das stärkste Hochwasser nach dem Krieg in Würzburg. Zum Vergleich: Am 17.01.2011 wurden 6,42m gemessen. Da der heute vorhandene Hochwasserschutz damals noch lange nicht gebaut wurde, konnte das Wasser bis zur Neubaustraße bzw. zum Rathaus und Vierröhrenbrunnen einfließen.

Bilder und Infos 2013

Das hat Würzburg so wohl auch noch nicht erlebt – ein Hochwasser von Ende Mai bis Anfang Juni. Ziemlich unerwartet traf es nicht nur Würzburg, sondern viele Städte in Bayern und anderen Bundesländern. In Würzburg war vor allem das Africa-Festival im 25. Jahr seines Bestehens betroffen.

Nachdem das Festivalgelände am Freitag wegen der Gefahr für die Sicherheit der Besucher und Mitarbeiter kurzfristig komplett geräumt werden musste, gelang die Meisterleistung, das gesamte Programm der Abendbühne innerhalb weniger Stunden in die Posthalle zu verlegen, so dass kein Besucher auf ein einziges Abendkonzert verzichten musste. Alle Top Acts des Jubiläumsfestivals konnten vor vollem Haus und begeistertem Publikum stattfinden. Sowohl Besucher als auch Musiker reagierten äußerst kooperativ und stellten sich schnell auf die neue Situation ein.

Nachdem die dramatischen Folgen, die durch die Räumung des Festivalgeländes entstanden, bekannt wurden, gab es sowohl bei der Würzburger Bevölkerung als auch bei Besuchern eine große Welle der Solidarität. Außerdem initiierten der Oberbürgermeister und der Kulturreferent der Stadt Würzburg eine Spendenaktion, an der sich das Mozartfest, das Mainfrankentheater, die KamiKatze-Diskothek (heute Club Katze), die Odeon-Lounge sowie das Würzburger Weindorf beteiligten. Als Dankeschön für die Unterstützung traten zwei Musikgruppen spontan auf dem Weindorf am Sonntag auf. 2)Infotext auf www.africafestival.org

Bilder und Infos 2011

Der Winter 2011 hatte der Stadt mal wieder ein kräftiges Hochwasser beschert. Es war das stärkste Hochwasser seit 1970 (siehe Bilder weiter oben). In den ersten beiden Januarwochen „schwappte“ das Wasser gleich zweimal deutlich aus dem Flussbett.

Hochwasser in Würzburg

HochwasserstandanzeigerMaßnahmen gegen Hochwasser in WürzburgHochwasser in Vergangenheit und Gegenwart

Die folgenden Bilder zeigen einige Gebäude, die in direkter Nähe des Mains liegen und in früheren Jahren vom Hochwasser betroffen waren. An manchen dieser Gebäude befinden sich auch heute noch Hinweise auf die ehemaligen Hochwasserstände. Ein Klick auf die Bilder zeigt die Anzeiger im Detail.

In den vergangenen Jahren wurden einige bauliche Maßnahmen gegen die immer wieder und in Zukunft wahrscheinlich auch stärker werdenden Hochwasser vorgenommen. Vorzeigebeispiel ist da natürlich der komplett neu gestaltete Willy-Brandt-Kai, der von der Alten Mainbrücke bis zur Reibeltgasse führt.

Die Abflussverhältnisse und die daraus resultierenden Wasserstände änderten sich im Laufe der Zeit. Durch den Eingriff des Menschen veränderte sich das Bettvolumen (Breite und Tiefe) des Mains.

Datum

Wert am

Wiederkehrzeit

  in cm in m³/s  

07.02.1909 760 1800 50 – 100-jährlich
16.01.1920 721 1540 20 – 50-jährlich
22.03.1942 640 1050 5 – 10-jährlich
31.12.1947 702 1540 20 – 50-jährlich
25.02.1970 669 1390 10 – 20-jährlich
07.01.1982 637 1230 10 – 20-jährlich
29.03.1988 640 1235 10 – 20-jährlich
29.01.1995 615 1250 10 – 20-jährlich
06.01.2003 648 1350 10 – 20-jährlich
17.01.2011 642 1368 10 – 20-jährlich

Durch den stetigen Ausbau des Mains erhöht sich der Abfluss bei gleichem Wasserstand. Bei gleichem Hochwasserscheitel wie in früheren Jahren kann heute mehr Wasser abfließen. Um die Hochwasser besser miteinander vergleichen zu können, wird deshalb heute neben der Höhe des Wasserstandes auch die Menge des abfließenden Wassers gemessen.

Das Hochwasser vom 21. August 1820 erreichte bei einem Abfluss von 1350 m³/s einen Wasserstand am Pegel von 720 cm. Etwa 180 Jahre später und nach vielen baulichen Änderungen im und am Fluss erreichte das Hochwasser vom 6. Januar 2003 bei gleichem Abfluss von 1350 m³/s einen Pegelstand von 648 Zentimetern. Dementsprechend hat die Anzahl der hohen Wasserstände abgenommen.

Bedingt durch die baulichen Änderungen im Würzburger Bereich basieren die historischen Jährlichkeitsangaben nur auf dem Abfluss, da die damaligen Wasserstände deutlich höher waren als heute und so zu verfälschten Jährlichkeiten führen würden. Alle Angaben ab 1823 stammen vom Pegel Würzburg; davor resultieren sie aus Hochwassermarkierungen und historischen Berichten. 3)Wikipedia Artikel zum Thema

Links zum Thema

Quellenangaben   [ + ]

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