Lengfeld

Lengfeld ist ein Stadtteil von Würzburg im Nordosten der Stadt. Die früher eigenständige Gemeinde wurde 1978 im Rahmen der Gebietsreform zur Stadt Würzburg eingemeindet. Während Lengfeld 1954 noch eine sehr kleine Siedlung war, die sich südlich und östlich der Sankt Laurentius Kirche erstreckte, wurde bis 1977 der Nordhang des Pilziggrunds und ein Gebiet jenseits der Kürnach bebaut.

Blick über wilde Wiesen an der Flürleinstraße

Blick über wilde Wiesen an der Flürleinstraße zu den Hochhäusern am „Sonnenfeld“.

Zuletzt entstanden das Wohngebiet auf dem Greinberg, sowie die Industrieparks entlang der B 19 auf dem Rücken des Greinbergs und entlang der B 8 auf der Wöllrieder Höhe. Im Jahr 2011 hatte Lengfeld 10457 Einwohner. Neben einigen landwirtschaftlichen Betrieben gibt es auch Handwerksbetriebe, mittelständische Unternehmen und Industriebetriebe (Brose, ehemals Siemens VDO).

Ebenfalls auf Lengfelder Gebiet befinden sich Einrichtungen wie z.B. ein Briefzentrum der Post oder die Justizvollzugsanstalt Würzburg, die eine der modernsten Vollzugsanstalten in Deutschland ist. Am Rande von Lengfeld kreuzen sich die Bundesstraßen B 19 und B 8.

Lengfeld befindet sich momentan im Umbruch: Es siedeln sich viele Gewerbebetriebe rund um die Bundesstraßen an. Hier befinden sich aktuell diverse Bau- und Elektromärkte sowie viele weitere Gewerbebetriebe im Gemeinde- und im Industriegebiet.

Mit Ikea ist im Jahr 2009 auch ein großer Möbeldiscounter entstanden. Hinzu kommt ein neues Wohngebiet für 3000 Menschen im Übergangsbereich zwischen Lengfeld und dem Nachbarortsteil Versbach. Für die Erschließung dieser Flächen ist eine neue Anschlussstelle an der B 19 gebaut worden. 1)Wikipedia.de

Die Geschichte von Lengfeld

Konkrete Daten über die Geschichte von Lengfeld sind mir persönlich nicht bekannt. Interessant ist aber die Geschichte zur Entstehung der Lengfelder Kirchengemeinde, die auch Rückschlüsse auf die Entstehung des Ortes zulässt.

St. Laurentius Kirche im Altort von Lengfeld.

St. Laurentius Kirche im Altort von Lengfeld.

Seit 2003 gibt es zudem vom „Arbeitskreis Lengfelder Geschichte“ eine Chronik Lengfelds in Buchform. Die 13-köpfige Gruppe hat in sechsjähriger Arbeit einen Wälzer mit 624 Seiten zusammengestellt. Darin finden sich u.a. Informationen über jungsteinzeitliche Funde, Urkunden aus dem Mittelalter, die Lengfelder Mühlen, den Dorfbrand und die Schlacht bei Lengfeld.

Schließlich auch Entwicklungen neuerer Zeit wie den Übergang von der eigenständigen Gemeinde zu einem Stadtteil Würzburgs. Es werden zahlreiche historische Details an Bauten gezeigt. Postkarten und Fotos veranschaulichen das frühere Erscheinungsbild der Straßenzüge und Umgebung. Die Chronik kann für 29,50 Euro beim Bürgerverein Lengfeld e.V. erworben werden. 2)Mit Material aus wuerzburgwiki.de , mainpost.de und Bürgerverein Lengfeld e.V.

Das genaue Datum der Entstehung der Pfarrei Lengfeld ist nicht mit letzter Sicherheit festzulegen. Die Geburts-, Heirats- und Sterbematrikel von Lengfeld beginnen bereits 1592/94, noch vor denen von Rottendorf (1618), das bislang als Mutterpfarrei angesehen wird. Die Tatsache, dass in dieser frühen Zeit Rottendorf allein einen Pfarrer nicht bezahlen konnte, wie in verschiedenen Urkunden belegt ist, lässt den Schluss zu, dass die Pfarrei Rottendorf / Lengfeld und sogar noch Effeldorf hieß und der Pfarrer nur im damals größten Ort Rottendorf wohnte.

Eine eigene Pfarrei mit eigenem Pfarrer forderten die Lengfelder mit dem Aufbau der Laurentius-Kirche in der ersten bayerischen Periode in Franken 1802 – 1806. Ihre Argumente überzeugten Churfürst Max IV Joseph, den späteren König Maximilian I Joseph, und seinen „Superminister“ Montgelas, die beide das Dekret zur eigenständigen Pfarrei Lengfeld am 14. November 1803 unterzeichneten. Diesem Anlass wurde 2003 mit einem Festjahr „200 Jahre Pfarrei Lengfeld“ und mit der Herausgabe der Lengfelder Chronik Rechnung getragen.

Die neue selbstständige Pfarrei zählte damals 72 Haushaltungen. Bis zum Zweiten Weltkrieg wuchs sie nur in bescheidenem Rahmen. Nach 1945 waren Flüchtlinge, Heimatvertriebene und Ausgebombte unterzubringen. Rege Bautätigkeit setzte im Altort, für Letztgenannte aber besonders im Pilziggrund ein, wo aus Gartenhäuschen zunächst Notwohnungen und schließlich feste Häuser wurden. Die Südlage des Pilziggrundes und die moderaten Baupreise machten diese Lage bald zu einem beliebten Wohngebiet vor den Toren der Stadt Würzburg. So ist es nicht verwunderlich, dass Pfarrer Georg Engel und die Lengfelder Kirchenverwaltung, zu der auch schon Bewohner des Pilziggrundes gehörten, bereits 1954 eine eigene Kirchenstiftung gründeten. Diese machte es sich zur Aufgabe, für die ständig wachsende Bevölkerung eine eigene Kirche zu bauen.

Blick in den Pilziggrund.

Blick in den Pilziggrund.

1962 erfolgte die Grundsteinlegung, am 22.12.1963 die Einweihung der St. Lioba-Kirche, der von Anfang an Gemeinderäume angegliedert waren. Diese reichten von Anzahl und Größe mit der Zeit nicht mehr aus, so dass 1985/86 das Liobahöfle und der Sakristeitrakt angegliedert wurden. In Nachbarschaft zur Kirche entstand ab 5. September 1971 der St. Lioba-Kindergarten. Daneben besitzt die Katholische Pfarrei auch noch den 1995 erbauten Kindergarten Arche Noah bei der Schule.

So existieren in der Pfarrei Lengfeld zwei Kirchengemeinden (St. Laurentius und St. Lioba). Durch das Wachstum Lengfelds wurde auch die St. Laurentius-Kirche zu klein. Die inzwischen zahlreichen evangelischen Christen suchten ebenfalls nach geeigneten Kirchenräumen. Bei einer Umfrage unter den katholischen und evangelischen Gemeindemitgliedern stimmten damals 92 % für den gemeinsamen Bau eines Kirchenzentrums.

Am 10.11.1974 erfolgte die Grundsteinlegung durch Archimandrit P. Alfons Maria Mitnacht, einem früheren Lengfelder Einwohner. Am 6./7.12.1975 weihten Bischof Josef Stangl und Kreisdekan Rudolf Meisner das erste nordbayerische Ökumenische Zentrum ein. Der am 13. Mai 1977 gegründete Freundeskreis des Ökumenischen Zentrums unterstützt inhaltlich, materiell und ideell die Ziele der Ökumene. Zur Zeit ist Pfarrer Harald Fritsch katholischer Pfarrer. Der evangelische Pfarrer ist Christof Lezuo. Pater Manfred Hofmann SDB ist Priester für St. Lioba. 3)Der Text befand sich ursprünglich auf der Webseite der Kirche in Lengfeld. Inzwischen wurde das Angebot umgestaltet und die Informationen stehen nicht mehr zur Verfügung.

Bilder aus dem Stadtteil Lengfeld

Lengfeld bei Google-Maps

Weiterführende Links zum Thema Lengfeld

Quellenangaben   [ + ]

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