Versbach

Versbach ist ein Ortsteil der Stadt Würzburg mit etwa 7306 Einwohnern (Dezember 2008). Aufgrund seiner Tallage und der hoch gelegenen Felder war Versbach einst eine landwirtschaftlich geprägte Kleingemeinde. Durch die Pleichach waren Fischfang und das Transportwesen weitere Grundpfeiler für die frühe Blüte Versbachs.

Blick auf Versbach.

Blick auf Versbach.

Mit der Errichtung einer Kirche auf einer altgermanischen Kultstätte, der „Heide„, wurde Versbach christianisiert. Die Kirche „St. Jakobus der Ältere“ wurde ab 1962 für die zuvor abgerissene Kirche aus dem Jahr 1754 errichtet. In den Neubau wurden zwei romanische Portale vom Vorgängerbau sowie Teile der alten Ausstattung übernommen.

Die Jakobus dem Älteren geweihte Kirche wurde ab 1962, nach Abriss der bestehenden Kirche von 1754, erbaut.

Jakobus dem Ältere

Wegen seines ländlichen Charakters und der Nähe zu Würzburg wurde das Pfarrdorf Versbach immer beliebter bei Natur- und Geisteswissenschaftlern der Würzburger Universität. Beim Bombenangriff der Alliierten auf Würzburg am 16. März 1945 ist Versbach verschont geblieben. Bei den folgenden Tagesangriffen wurde jedoch auch Versbach am 26. März 1945 bombardiert, unter anderem wurde die Schule teilweise zerstört.

1978 wurde Versbach von Würzburg zwangsweise eingemeindet und man versprach im Gegenzug die Anbindung an die Stadt über eine Straßenbahn. Dies ist ein schönes Versprechen geblieben – getan hat sich diesbezüglich bis heute aber nichts. Es wird und wurde auch in der Vergangenheit immer wieder mal in der Stadt darüber diskutiert. Letztlich sprachen aber immer die hohen Baukosten und die Frage der Rentabilität gegen ein solches Projekt.

Versbach ist aber trotzdem durch die Buslinien 12, 21, 24 und 45 gut an Würzburg angebunden. Mal sehen, was die Zukunft bringt, wenn erst mal das neue Krankenhaus (ZOM) oberhalb von Grombühl angebunden ist – die Baufreigaben dafür wurden Anfang 2010 erteilt – dann wäre der nächste Schritt vielleicht auch eine Anbindung nach Versbach… 1)Wikipedia.de (u.a.)

Der heilige Rochus von Montpellier

Der heilige St. Rochus von Montpellier an einem Sonntagnachmittag im April 2010, wenige Tage nach dem Osterfest.

Der heilige St. Rochus von Montpellier.

Der heilige St. Rochus von Montpellier spielt für den Ort Versbach eine besondere Rolle. Missernten und Seuchen bei Mensch (Pest) und Hornvieh sowie die Auswirkungen von Hunger und Krieg im 16., 17. und 18. Jahrhundert lehrten die Menschen im wahrsten Sinne des Wortes das Beten. Daher fanden die damaligen Gläubigen von Versbach ihre Zuflucht beim hl. Rochus, welcher damals als Patron gegen Pest und Viehseuchen sehr verehrt wurde. 2)Geschichte der Rochus-Bruderschaft Versbach

St. Rochus zu Ehren wird auch heute noch jährlich Mitte August das St. Rochus Fest in Versbach gefeiert. Zusätzlich gibt es im Ortskern einen Bildstock (siehe rechts), Gebäude (St. Rochus Kirche & Kindergarten in Unterdürrbach), Einrichtungen (Apotheke) und eine Straße, die seinen Namen tragen.

Der österlich geschmückte Bildstock im April 2010

Österlich geschmückter Bildstock.

Die Überlieferungen über Rochus sind legendär. Demnach verlor er schon früh beide Eltern, schenkte sein Vermögen den Armen, trat in den Dritten Orden der Franziskaner ein und begab sich 1317 auf Pilgerfahrt nach Rom. Unterwegs half er bei der Pflege von Pestkranken, dabei zeigte sich seine Gabe, Pestkranke allein durch das Zeichen des Kreuzes Christi wundersam zu heilen.

In Rom heilte er wieder viele Menschen, darunter einen Kardinal, dennoch blieb er arm und ohne Ansehen. Auf der Rückreise wurde er in Piacenza selbst von der Pest befallen; im Spital aber trotz seiner Armut nicht geduldet, zog er sich in eine Hütte des nahen Waldes zurück. Da erschien ein Engel zu seiner Pflege, und der Hund (siehe Bildstock) eines benachbarten Edelmanns brachte ihm Brot, bis er genesen heimkehren konnte.

1322 kehrte er dann nach Montpellier in Frankreich zurück, aber Rochus wurde für einen Spion gehalten, man warf ihn ins Gefängnis. Demütig wie immer, verschwieg er seine wahre Identität und verharrte fünf Jahre, bis zu seinem Tod, im Kerker. Erst dann wurde er an dem kreuzförmigen Muttermal auf seiner Brust erkannt, das seit seiner Geburt immer größer und schöner geworden war.

Rochus wurde schon Anfang des 15. Jahrhunderts in Südfrankreich verehrt. Ein Teil seiner Gebeine wurde dann nach Venedig übertragen, wo man für ihn 1485 die Kirche S. Rocco erbaute. Von dort aus verbreitete sich die Verehrung. Rochus wurde einer der volkstümlichsten Heiligen, oft als Nothelfer angerufen, obwohl er nicht zu den klassischen 14 Nothelfern gehört.

Spitäler für Pestkranke wurden nach ihm Rochus-Hospital genannt. Insbesondere die Franziskaner förderten seine Verehrung, da er Tertiar ihres Ordens gewesen sei. In Ruffano bei Lecce in Apulien wird für ihn jährlich ein großes Patronatsfest gefeiert, er sei dort begraben. 3)Heiligenlexikon.de

Würzburger Mundart nach J. Ruttor

Versbach

Do ham die Leit e mol e Dörfle gebaut, und wie´s ferti war, ham sie nit gewißt, wie sie´s hesse solle. Do hat Ener en Teifel beschworn, er söll´t ihn en Name Sag, weil er gedocht hat, er weret dann zum Schulze gewählt.

Do is aber grad e Geistlier dorchs Dörfla ganga, der zu en Kranke gange is. Wi der en Teifel g´seha hat, hat er´s Kreiz gemacht und ha o ze beta g´fanga. Do is der Teifel g´schwind devo geloffa und wie er über´n Bach niber g´sprunga is, is er mit seiner linke Verscha nei´n Bach gepfletscht.

Und deswega hat mer des Dörfle Verschbach g´hessa und so häßt´s allerweil no. 4)Alexander Schöppner, Sagenbuch der Bayerischen Lande, Band II, München 1874

Bilder aus dem Stadtteil Versbach

Die Bilder wurden an Ostern 2010 aufgenommen.

Unterwegs im Würzburger Stadtteil Versbach

Versbach bei Google-Maps

Weiterführende Links zum Thema Versbach

Quellenangaben   [ + ]

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