Hochwasser in Würzburg

Historischer Hochwasserstand in Würzburg 1909 (Foto: wuerzburg.de)Hochwasser in Würzburg treten beinahe jährlich auf. Der Main kann dabei nach lang anhaltenden Niederschlägen oder nach der Schneeschmelze hohe Wasserstände erreichen. Bei einem Jahrhundert-Hochwasser tritt der Main in Würzburg bis an das Rathaus heran und überflutet eine Altstadtfläche von etwa 25 Hektar; das Wasser kann sogar fast bis zum Dom hinaufgelangen.

Die Stadt ist deswegen bemüht, einen sicheren Schutz gegen das Hochwasser zu errichten. Mit diesem wurde 1971. Der komplette Hochwasserschutz ist 2009 vollendet worden und soll nun ein hundertjährliches Hochwasser abhalten können.

Hochwasser 1909 in der Neubaustraße (Foto: wuerzburg.de)Im Januar 2003 ereignete sich in Würzburg das höchste Hochwasser seit 1970, das allerdings, bedingt durch den seit Mitte der 1980er-Jahrefertig gestellten provisorischem Hochwasserschutz, nur wenige Schäden anrichtete. Das Hochwasser, das durch starke Niederschläge auf gesättigten Böden ausgelöst wurde, erreichte am 6. Januar 2003 Würzburg und hatte einen Wasserstand von 648cm, bei einem Abfluss von 1350 m³/s. Es handelte sich um ein 10- bis 20-jährliches Hochwasser. (1)

Bilder vom Hochwasser 1970 in Würzburg

Die folgenden Bilder aus dem Jahr 1970 stammen von einer privaten Webseite aus dem Nachlass und Archiv des Würzburgers Otto Richter. Mit 6,69m war es am 25.02.1970 das stärkste Hochwasser nach dem Krieg in Würzburg. Zum Vergleich: Am 17.01.2011 wurden 6,42m gemessen. Da der heute vorhandene Hochwasserschutz damals noch lange nicht gebaut wurde, konnte das Wasser bis zur Neubaustraße bzw. zum Rathaus und Vierröhrenbrunnen einfließen.

Damals kam die Feuerwehr zum Einsatz um die Bürger mit Schlauchbooten zu versorgen
Gotengasse - links das Gebäude der Polizei in der Augustinerstraße
Wirsbergstraße Ecke Büttnergasse
Oberer Mainkai mit Mainkuh
Blick von der Löwenbrücke
Kärnergasse (siehe auch die Bilder weiter unten zum Thema "Hochwasserstand")
Festung Marienberg und die "Blaue Zone" (damals eine Parkzone für PKWs in Würzburg)
Karmelitenstraße Ecke Beim Grafeneckart
Die Mainkuh am Mainufer - im Hintergrund das Käppele

Bilder vom Hochwasser 2003 in Würzburg

Ein relativ starkes Hochwasser gab es in Würzburg auch Anfang 2003. Mit dem Bau des inzwischen fertig gestellten Willy-Brandt-Kay war noch lange nicht begonnen worden...

Blick in Richtung Alter Kranen Die Festung Marienberg mit dem stark Hochwasser tragenden Main im Vordergrund. Das Kaufhaus Wöhrl direkt an der Alten Mainbrücke Blick in Richtung Löwenbrücke

Bilder vom Hochwasser 2011

Bei diesem Wasserstand lies es sich auch Bayerns Innenminister Hermann nicht entgehen Würzburg einen Besuch zu verpassen. "Medienwirksam" präsentiert er sich hier mit Stadtbaurat Christian Baumgart (links) und OB Georg Rosentahl (rechts) (Foto: Christian Weiß)Der Winter 2011 hat der Stadt mal wieder ein richtiges Hochwasser beschert. Es war das stärkste Hochwasser seit 1970 (siehe Bilder weiter oben). In den ersten beiden Januarwochen "schwappte" das Wasser gleich zwei Mal deutlich aus dem Flussbett.

 

 

Bei dem Wasserstand hat auch die schöne Alte Mainmühle aus Sicherheitsgründen geschlossen nachdem der Keller sicher nicht mehr ganz trocken war (siehe nächstes Bild) Der Grund warum auch die Alte Mainmühle geschlossen hatte... (Foto: Marco Böhm) Auch vom Wöhrl-Parkhaus ist bei einem Wasserstand von über 6 Meter nicht mehr viel übrig Der Wasserstandanzeiger am Alten Kranen zeigt recht deutlich die Ausmaße - aber auch wieviel Platz noch zu den Werten aus der Vergangenheit ist
Bei schönstem Winterwetter war das Hochwasser ein perfekter Anlass für viele Würzburger auch "mal gucken" zu gehen Hochwasser: Ein Ereignis für die ganze Familie... ;-) Bei so einem "Wässerchen" kann man ruhig auch mal ein "Gläschen Wein" genießen... Das Hochwasser war wohl für die meisten "Hochwassertouristen" eine willkommene Gelegenheit mal ein paar Bilder zu machen.

Das folgende Video habe ich am Hochwassersonntag (16.01.2011) gefilmt. Es war ein wunderschöner Nachmittag mit strahlend blauem Himmel und richtig viel Trubel in der Innenstadt und vor allem rund um die Alte Mainbrücke. An diesem Nachmittag war es auf der Brücke voller und enger als an einem der vier Samstage vor Weihnachten. Scheinbar war ganz Würzburg zum Hochwasser gucken unterwegs...

Hochwasserstand und Gegenmaßnahmen

Die folgenden Bilder zeigen einige Gebäude die in direkter Nähe des Mains liegen und in früheren Jahren vom Hochwasser betroffen waren. An manchen dieser Gebäude befinden sich auch heute noch Hinweise auf die ehemaligen Hochwasserstände. Ein Klick auf die Bilder zeigt die Anzeiger im Detail.

Der Eingang zum Grafeneckart zeigt die historischen Hochwasser-Höchststände an Das Schild am Gebäude der Karmelitenstraße 1 zeigt den Hochwasserstand von 1970 an Auch am Gebäude in der Kernergasse 12 kann man den Hochwasserstand von 1970 ablesen  

Maßnahmen gegen Hochwasser in Würzburg

In den vergangenen Jahren wurden einige bauliche Maßnahmen gegen die immer wieder und in Zukunft wahrscheinlich auch stärker werdenden Hochwasser vorgenommen. Vorzeigebeispiel ist da natürlich der komplett neu gestaltete Willy-Brandt-Kay der von der Alten Mainbrücke bis zur Reibeltgasse führt.

Schon fast fertig gestellt ist im Februar 2009 der neugestaltete Willy-Brandt-Kay An dieser Stelle können bei Hochwasser schützende Trennwände eingezogen werden Bei Hochwasser werden hier die Tore geschlossen. Somit sind die Gassen hinter den Häusern halbwegs gesichert. Der Ende 2009 fertig gestellte Willy-Brandt-Kay

Hochwasser in Vergangenheit und Gegenwart

Die Abflussverhältnisse und die daraus resultierenden Wasserstände änderten sich im Laufe der Zeit. Durch den Eingriff des Menschen veränderte sich das Bettvolumen (Breite und Tiefe) des Mains.

Datum

Wert am

Wiederkehrzeit

in cm in m³/s

07.02.1909 760 1800 50 - 100-jährlich
16.01.1920 721 1540 20 - 50-jährlich
22.03.1942 640 1050 5 - 10-jährlich
31.12.1947 702 1540 20 - 50-jährlich
25.02.1970 669 1390 10 - 20-jährlich
07.01.1982 637 1230 10 - 20-jährlich
29.03.1988 640 1235 10 - 20-jährlich
29.01.1995 615 1250 10 - 20-jährlich
06.01.2003 648 1350 10 - 20-jährlich
17.01.2011 642 1368 10 - 20-jährlich

Durch den stetigen Ausbau des Mains erhöht sich der Abfluss bei gleichem Wasserstand. Bei gleichem Hochwasserscheitel wie in früheren Jahren kann heute mehr Wasser abfließen. Um die Hochwasser besser miteinander vergleichen zu können, wird deshalb heute neben der Höhe des Wasserstandes auch die Menge des abfließenden Wassers gemessen.

Das Hochwasser vom 21. August 1820 erreichte bei einem Abfluss von 1350 m³/s einen Wasserstand am Pegel von 720 cm. Etwa 180 Jahre später und nach vielen baulichen Änderungen im und am Fluss, erreichte das Hochwasser vom 6. Januar 2003 bei gleichem Abfluss von 1350 m³/s einen Pegelstand von 648 Zentimetern. Dementsprechend hat die Anzahl der hohen Wasserstände abgenommen.

Bedingt durch die baulichen Änderungen im Würzburger Bereich basieren die historischen Jährlichkeitsangaben nur auf dem Abfluss, da die damaligen Wasserstände deutlich höher waren als heute und so zu verfälschten Jährlichkeiten führen würden. Alle Angaben ab 1823 stammen vom Pegel Würzburg; davor resultieren sie aus Hochwassermarkierungen und historischen Berichten. (2)

Links zum Thema

Quellennachweise

(1), (2) Wikipedia Artikel zum Thema Hochwasser in Würzburg

Letzte Aktualisierung: 17.01.2012

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