Hubland

Am heutigen Hubland führten über die karge Hochfläche östlich der Stadt schon einst eine Reihe von Handelswegen nach Würzburg. Schon früh wurde die Ebene auch militärisch genutzt (der Flurname „Kugelfang“ zeugt noch heute davon). In den 1930er Jahren wurden dann umfangreiche Kasernenanlagen errichtet. Seit 1945 wurde das Gelände durch die amerikanischen Streitkräfte genutzt, zunächst als Flugplatz, später für Logistik- und Versorgungszwecke.

Das Hubland: Ein neuer Stadtteil entsteht

Von Gerbrunn ist es nicht weit in den neuen Würzburger Staddteil Hubland.
Von Gerbrunn ist es nicht weit in den neuen Würzburger Stadtteil Hubland.

Lange Jahre befand sich auf dem Gelände mit der „Mall“ das größte Einkaufszentrum der US-Streitkräfte in Süddeutschland. Das leerstehende Gebäude wurde in das Ausstellungskonzept der Landesgartenschau 2018 einbezogen und nach Ablauf der Schau dann abgerissen.

In den letzten Jahren seines Bestehens wurde der früher auch für die Würzburger offene US-Standort streng abgeschirmt. Damit waren traditionelle Wegeverbindungen unterbrochen, die mit der Aufgabe der militärischen Nutzung nun wieder geöffnet werden können. Der Name „Leighton Barracks“ – benannt nach einem US-General – wird nach dem Abzug der Armee nicht mehr weiter verwendet. Der neue Stadtteil soll den Namen der Feldflur tragen, unter dem bereits die Universität bekannt wurde und der in Würzburg gebräuchlich und beliebt ist: das „Hubland„. 1)Mit Informationen aus dem Text der Broschüre „Neue Landschaft Hubland“, welche von der Stadt Würzburg zur Bewerbung für die Landesgartenschau 2018 herausgegeben wurde.

Das Hubland im Stadtbezirk Frauenland grenzt im Süden an die Gemeinde Gerbrunn (Landkreis Würzburg), im Norden an den Stadtteil Frauenland und im Westen an die Gartenstadt Keesburg.

Der Name „Hubland“

Der Name ist die von Alters her bekannte Bezeichnung für die Feldflur (Die Flur ist in ihrer alten Bedeutung ein Synonym für die Landschaft bzw. das Gelände.). Die Bezeichnung Hubland ist dokumentiert als topografische Bezeichnung auf dem Kartenkonvolut von 1775 bis 1777, auf dem verschiedene Steinbrüche erwähnt sind, die besonders mit der verstärkten Bautätigkeit in der Barockzeit in Würzburg erschlossen wurden.

Ob der Name mit dem Aushub der Steinbrüche im Zusammenhang steht, ist nicht erwiesen. 2)Artikel in Wuerzburgwiki.de über den Stadtteil Hubland

Nachts wenn alles schläft am "Cube" im Stadtteil Hubland.
Nachts, wenn alles schläft am „Cube“ im Stadtteil Hubland.

Der neue Hubland-Campus Nord

Am 12. April 2011 wurde der Grundstein für den neuen Campus enthüllt. (Foto: Michael Mommertz / Uni Würzburg)
Am 12. April 2011 wurde der Grundstein für den neuen Campus enthüllt.

Am 12. April 2011 war es so weit: ein komplett neuer Campus und ein neues Hörsaal- und Praktikumsgebäude. So viel zusätzlichen Raum auf einen Schlag hat die Universität Würzburg in ihrer mehr als 600-jährigen Geschichte noch nie erhalten. Mit einem großen Festakt am Hubland hat sie das Ereignis gebührend gefeiert.

Kein Zweifel: Dieser Tag wird in der Chronik der Universität Würzburg auch in ferner Zukunft noch eine herausragende Position einnehmen. Dass die Uni ihre Fläche auf einen Schlag um 39 Hektar vergrößert, hat es zwar in ähnlicher Weise schon einmal in den 1960er-Jahren gegeben, als der Hubland-Campus in Betrieb genommen wurde. Dass Wissenschaftler und Studierende aber gleich elf neue Gebäude beziehen können – das ist seit der Erstgründung im Jahr 1402 noch nicht vorgekommen. 3)Mit Material aus Pressemeldung der Uni Würzburg vom 12.04.2011 → abgerufen am 23.12.2013

Das symbolische Band ist durchschnitten, die Brücke eröffnet. (Fotos: Gunnar Bartsch / Uni Würzburg)
Das symbolische Band ist durchschnitten.

Am 18.12.2013 wurde eine Fuß- und Radwegbrücke, die den Hubland-Campus mit dem neuen Campus Nord verbindet, offiziell eröffnet. Die Bauarbeiten für die 150 m lange Konstruktion dauerten ganze neun Monate.

In einem leichten Schwung führt sie vom Hörsaalgebäude Z6 auf dem alten Hubland-Campus zur künftigen Mensateria auf dem Campusgelände Nord. Zwei Treppenabgänge führen direkt zu den an der Straße gelegenen Bushaltestellen. Die Baukosten von 2,81 Millionen Euro übernahm der Freistaat Bayern. 4)Mit Material aus Pressemeldung der Uni Würzburg → abgerufen am 23.12.2013

Die Straßen auf dem Gelände der Leighton Barracks wurden ursprünglich mit amerikanischen Namen (insbesondere Namen früherer US-Präsidenten) belegt. Im Zuge der Konversion zu Campus und Wohngebiet wurden sie wie folgt umbenannt:

  • Adams Avenue → Gerda-Laufer-Straße nach Gerda Laufer (SPD-Politikerin, Ehrenbürgerin)
  • Jackson Avenue → Emil-Fischer-Straße nach Emil Fischer (Chemiker, Nobelpreisträger)
  • Jefferson Street → Oswald-Külpe-Weg nach Oswald-Külpe (Psychologe)
  • Madison Street → Josef-Martin-Weg nach Josef Martin (Wiederaufbaurektor der Uni)
  • Monroe Street → Klara-Oppenheimer-Weg nach Klara Oppenheimer (erste weibliche Studierende der Uni, Ärztin, NS-Opfer)
  • Marne Lane (2 Teilbereiche) → Beatrice-Edgell-Weg nach Beatrice Edgell (erste promovierte Frau an der Uni) bzw. Matthias Lexer-Weg nach Matthias Lexer (Germanist, Mediävist)
  • Skyline Drive → Emil-Hilb-Weg nach Emil Hilb (Mathematiker) 5)Artikel in der Wuerzburgwiki.de über die Leighton Barracks

„LaVita“ zu Besuch in Würzburg

Für die Reportagereihe „LaVita“ war der Bayerische Rundfunk im Jahr 2013 in Würzburg unterwegs und hat sich zeigen lassen, was damals für die ehemaligen Kasernen-Flächen geplant wurde.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Landesgartenschau 2018 am Hubland

Blumenpracht bei der Landesgartenschau.
Blumenpracht bei der Landesgartenschau.

Vom 13. April bis 7. Oktober fand im neuen Stadtteil Hubland die Landesgartenschau 2018 statt. 700.000 Besucher kamen in 179 Tagen zur Schau, die von Anfang an – vor allem in den sozialen Medien – kritisiert wurde. Zu Recht?

Bilder aus dem Stadtteil Hubland

Die hier gezeigten Bilder entstanden alle Anfang Mai 2011 – kurz nachdem der Campus im April feierlich eröffnet wurde. Mir ging es bei den Fotos damals ganz bewusst darum, möglichst viele Situationen abzulichten, die Hinweise auf die „gerade“ abgezogenen Amerikaner gaben. Inzwischen erinnert nicht mehr viel an die ehemaligen Bewohner. Vieles wurde bereits im Sinne der Universität umgebaut und verändert.

Sonntagsvideo

Für meine Videoreihe „Sonntagsvideo“ war ich am 11. November 2018 im neuen Stadtteil Hubland unterwegs.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Das Hubland bei OpenStreetMap

Quellenangaben[+]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert