Steinbachtal

Das Steinbachtal ist ein sehr ruhiges Wohngebiet und befindet sich inmitten eines großen Waldgebietes in Würzburg. Wirklich viel zu sagen gibt es über diesen Stadtteil von Würzburg eigentlich auch nicht. Es ist zwar zusammen mit dem Nikolausberg von der Fläche her der größte Stadtteil, hat aber gleichzeitig die wenigsten Einwohner.

Vermutlich aus diesem Grund ist hier auch so gut wie keine Infrastruktur vorhanden. Es gibt also keine Supermärkte, Tankstellen oder sonstige Geschäfte. Aufgrund der sehr ruhigen und naturnahen Lage finden sich hier aber schöne Wanderwege und ein Ausflugslokal (siehe unten).

Das Steinbachtal besteht größtenteils aus privaten, teilweise sehr schön und naturnah gelegenen Grundstücken und Häusern. Es gilt ohne Frage als eines der besten und vornehmsten Wohnviertel der Stadt. Hier stehen schöne Häuser und Villen, teilweise steil an den Hang gebaut. Alles ist sehr ruhig, mitten im Grünen und entsprechend idyllisch und beschaulich gelegen. Die Buslinie 8 verbindet ab der Straßenbahnhaltestelle „Zollhaus Steinbachtal“ (Linie 3 und 5) sowohl das Steinbachtal als auch den Waldfriedhof miteinander.

Der Volksgarten im Steinbachtal

Der Volksgarten im Steinbachtal
Der Volksgarten ist seit 2012 geschlossen und bleibt aktuell (Juni 2017) sich selbst überlassen.

Das Ausflugslokal Volksgarten wurde am 23. Juni 1901 eröffnet und war immer ein wunderschöner Biergarten mit uraltem Baumbestand. Hier konnte man heiße Sommertage sehr schön verbringen. Die Küche war immer sehr bodenständig und – passend für einen Biergarten – einfach gehalten.

Leider gab es zuletzt immer wieder mal Pächterwechsel auf der Gaststätte, dies führte in gewissen Bereichen zu Qualitätseinbußen. Inzwischen ist der Volksgarten seit dem Jahr 2012 – vermutlich für immer – geschlossen.

Persönlich finde ich es sehr schade, dass es dieses Ausflugslokal nicht mehr gibt. In meiner Kindheit habe ich hier so einige Sonntagnachmittage im Sommer mit der Familie verbracht. Zum damals obligatorischen halben Hähnchen mit Pommes und Ketchup gab es immer eine große Cola, die es sonst nicht gab. Es war also immer etwas „Besonders“, zumal ich den Weg zum Volksgarten zuvor durch das Steinbachtal zu laufen hatte.

Das bei vielen Würzburgern damals wie heute beliebte Ausflugslokal "Volksgarten" im Steinbachtal.
Betrieb am Volksgarten in den 1970er Jahren.

In den vergangenen Jahren gab es auch immer wieder mal Überlegungen, alles abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Denkmalschützer haben diesem Vorhaben aber einen Riegel vorgeschoben. Was in Zukunft aus dem Areal wird, ist aktuell nicht gesichert. Wer sich trotzdem im Steinbachtal mit gut-bürgerlicher Küche stärken möchte, der kann in das Steinbachtalbäck einkehren. Es befindet sich nur wenige Meter neben dem ehemaligen Volksgarten.

Wanderung durch das Steinbachtal

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich als Kind an manchen Sonntagen mit meinen Eltern einen Spaziergang zum Volksgarten gemacht habe. Manchmal besuchten wir den Waldfriedhof und wanderten dann bergab durch den Wald bis zum Volksgarten. Umso besser gelaunt war ich dann, wenn es doch „nur“ von der Haltestelle Steinbachtal in den Volksgarten gehen sollte.

So wirklich begeistert war ich davon als Kind nie, denn der Weg erschien mir sehr lang. Tatsächlich sind es aber nur einige hundert Meter ab der Straßenbahnhaltestelle am alten Zollhaus. Direkt hinter dem Zollhaus Steinbachtal geht es schon in den Wald. Dort findet man am Wegesrand eine historische Parkanlage mit Wasserspielen und Brunnen, die 1895 nach den Plänen des Landschaftsarchitekten Carl Oschmann im Auftrag des Verschönerungsvereins Würzburg e.V. angelegt wurde. Als Kind war es mir immer eine schöne Abwechslung, an den Anlagen zu spielen und klettern.

Die Strecke ist heute vor allem bei Joggern und Fahrradfahrern in Würzburg sehr beliebt. Aus der Stadt kann man z.B. ab der Löwenbrücke immer unter Bäumen bis zum Sebastian-Kneipp-Steg laufen oder fahren (getrennte Fuß- und Radwege). Vom Steg aus sind es dann nur wenige Gehminuten und man steht mitten im Steinbachtal. Folgt man dem Waldweg, kommt man am Ende bis nach Höchberg.

Wer den Weg durch den Wald nimmt, kann einerseits hoch zum Waldfriedhof laufen. Über weitere Waldwege kommt man aber auch ohne Probleme bis zum Guttenberger Wald, wo sich wiederum das Forsthaus Guttenberg befindet. Die Anlage mit Ausflugslokal, Biergarten, Kinderspielplatz und einer Minigolf-Anlage am Forsthaus wird derzeit leider nicht mehr bewirtschaftet. Die Eigentümer hatten sich im Oktober 2023 entschieden, den Betrieb nicht mehr weiterzuführen und suchen nun nach einem neuen Pächter. Außerdem befindet sich hier die Endhaltestelle der Buslinie 311. Sie führt zurück zur Reuterstraße nach Heidingsfeld (Anschluss an Straßenbahnlinien 3 und 5).

Bilder aus dem Steinbachtal

Die Annaschlucht

Zwischen dem Steinbachtal und der Frankenwarte befindet sich mit der sogenannten Annaschlucht ein Naturdenkmal und wunderschöner Wanderweg. Auf vielen alten und ausgetretenen Treppenstufen führt der Weg auf rund 500 m vorbei an der teilweise sehr steilen Schlucht und über alte Brücken, welche selbige überquert. Zwischendurch gibt es immer wieder Bänke zum Hinsetzen. Der alte Baumbestand ist ein Paradies für jede Art von Singvögeln, die man hier überall zwitschern hören kann. In der Mitte der Schlucht plätschert ein kleiner Bach. Auf dem Wanderweg überwindet man rund 150 Höhenmeter.

Die Annaschlucht ist benannt nach Anna Fischer. Sie war die sehr jung verstorbene und einzige Tochter von Valentin Alois Fischer. Er war einst Vorstandsmitglied im Verschönerungsverein Würzburg und hat seinerzeit die Umgestaltung der Schlucht organisiert und finanziert.  Am oberen Teil des Weges befindet sich das Denkmal des Verschönerungsvereins für den Gestalter V.A. Fischer, der 1920 verstarb. Es handelt sich dabei um eine in einen Fels eingearbeitete Gedenktafel.1)Informationen aus dem Artikel „Annaschlucht“ aus der Würzburgwiki –> abgerufen am 18.06.2017

Wandern und Joggen zwischen Steinbachtal, Waldfriedhof und Guttenberger Forst

Zwischen dem Steinbachtal, dem Waldfriedhof und dem Guttenberger Forst befindet sich ein riesiges Waldgebiet, welches sich hervorragend für einen schönen Spaziergang, zum Joggen oder Fahrradfahren eignet. Wer nach so einem Ausflug eine kleine Stärkung benötigt, findet an allen drei Zielen ein Café bzw. eine Wirtschaft zum Einkehren. Die auf der Karte eingezeichneten Strecken sind üblicherweise die Fuß- und Waldwege und dürfen bzw. können nicht mit dem PKW befahren werden. Die Karte lässt sich zur besseren Übersicht auch in voller Größe anzeigen.

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Das Sonntagsvideo

Für meine Videoreihe „Das Sonntagsvideo“ habe ich unter anderem auch das Steinbachtal besucht.

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Das Steinbachtal bei OpenStreetMap

Quellenangaben[+]

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