Hubland

Am heutigen Hubland führte über die karge Hochfläche östlich der Stadt schon früher eine Reihe von Handelswegen nach Würzburg. Schon früh wurde die Ebene auch militärisch genutzt (der Flurname „Kugelfang“ zeugt noch heute davon). In den 1930er Jahren wurden dann umfangreiche Kasernenanlagen errichtet. Seit 1945 wurde das Gelände durch die amerikanischen Streitkräfte genutzt, zunächst als Flugplatz, später für Logistik- und Versorgungszwecke.

Hier befindet sich heute noch die große „Mall“, das größte Einkaufszentrum der US-Streitkräfte in Süddeutschland. Das leerstehende Gebäude soll in das Ausstellungskonzept der Landesgartenschau 2018 einbezogen werden (siehe weiter unten).

In den letzten Jahren seines Bestehens wurde der früher auch für die Würzburger offene US-Standort streng abgeschirmt. Damit waren traditionelle Wegeverbindungen unterbrochen, die mit der Aufgabe der militärischen Nutzung nun wieder geöffnet werden können. Der Name „Leighton Barracks“ – benannt nach einem US-General – wird nach dem Abzug der Armee nicht mehr weiter verwendet. Der neue Stadtteil soll den Namen der Feldflur tragen, unter dem bereits die Universität bekannt wurde und der in Würzburg gebräuchlich und beliebt ist: Das „Hubland“. 1)Text aus der Broschüre „Neue Landschaft Hubland“, welche von der Stadt Würzburg zur Bewerbung für die Landesgartenschau 2018 herausgegeben wurde.

Das Hubland grenzt an im Süden an die Gemeinde Gerbrunn (Landkreis Würzburg), im Norden an den Stadtteil Frauenland und im Westen an die Gartenstadt Keesburg (Sieboldshöhe).

Der neue Hubland Campus Nord

Am 12. April 2011 wurde der Grundstein für den neuen Campus enthüllt. (Foto: Michael Mommertz / Uni Würzburg)

Am 12. April 2011 wurde der Grundstein für den neuen Campus enthüllt.

Am 12. April 2011 war es soweit: Ein komplett neuer Campus, ein neues Hörsaal- und ein neues Praktikumsgebäude: So viel zusätzlichen Raum auf einen Schlag hat die Universität Würzburg in ihrer mehr als 600-jährigen Geschichte noch nie erhalten. Mit einem großen Festakt am Hubland hat sie das Ereignis gebührend gefeiert.

Kein Zweifel: Dieser Tag wird in der Chronik der Universität Würzburg auch in ferner Zukunft noch eine herausragende Position einnehmen. Dass die Uni ihre Fläche auf einen Schlag um 39 Hektar vergrößert, hat es zwar in ähnlicher Weise schon einmal in den 1960er-Jahren gegeben, als der Hubland-Campus in Betrieb genommen wurde. Dass Wissenschaftler und Studierende aber gleich elf neue Gebäude beziehen können – das ist seit der Erstgründung im Jahr 1402 noch nicht vorgekommen. 2)Mit Material aus Pressemeldung der Uni Würzburg → abgerufen am 23.12.2013

Das symbolische Band ist durchschnitten, die Brücke eröffnet. (Fotos: Gunnar Bartsch / Uni Würzburg)

Das symbolische Band ist durchschnitten.

Am 18.12.2013 wurde eine Fuß- und Radwegbrücke, die den Hubland-Campus mit dem neuen Campus Nord verbindet, offiziell eröffnet. Die Bauarbeiten für die 150m lange Konstruktion dauerten ganze neun Monate.

In einem leichten Schwung führt sie vom Hörsaalgebäude Z6 auf dem alten Hubland-Campus zur künftigen Mensateria auf dem Campusgelände Nord. Zwei Treppenabgänge führen direkt zu den an der Straße gelegenen Bushaltestellen. Die Baukosten von 2,81 Millionen Euro übernahm der Freistaat Bayern. 3)Mit Material aus Pressemeldung der Uni Würzburg → abgerufen am 23.12.2013

Die Straßen auf dem Gelände der Leighton Barracks wurden ursprünglich mit amerikanischen Namen (insbesondere Namen früherer US-Präsidenten) belegt. Im Zuge der Konversion zu Campus und Wohngebiet wurden sie wie folgt umbenannt:

  • Adams Avenue → Gerda-Laufer-Straße nach Gerda Laufer (SPD-Politikerin, Ehrenbürgerin)
  • Jackson Avenue → Emil-Fischer-Straße nach Emil Fischer (Chemiker, Nobelpreisträger)
  • Jefferson Street → Oswald-Külpe-Weg nach Oswald-Külpe-Weg (Psychologe)
  • Madison Street → Josef-Martin-Weg nach Josef Martin (Wiederaufbaurektor der Uni)
  • Monroe Street → Klara-Oppenheimer-Weg nach Klara Oppenheimer (erste weibliche Studierende der Uni, Ärztin, NS-Opfer)
  • Marne Lane (2 Teilbereiche) → Beatrice-Edgell-Weg nach Beatrice Edgell (erste promovierte Frau an der Uni) bzw. Matthias Lexer-Weg nach Matthias Lexer (Germanist, Mediävist)
  • Skyline Drive → Emil-Hilb-Weg nach Emil Hilb (Mathematiker) 4)Artikel in der Wuerzburgwiki.de über die Leighton Barracks

Bilder aus dem Stadtteil Hubland

Die hier gezeigten Bilder entstanden alle Anfang Mai 2011 – kurz nachdem der Campus im April feierlich eröffnet wurde. Mir ging es bei den Fotos ganz bewusst darum, möglichst viele Situationen abzulichten, die Hinweise auf die „gerade“ abgezogenen Amerikaner gaben. Inzwischen erinnert nicht mehr viel an die ehemaligen Bewohner. Vieles wurde bereits im Sinne der Universität umgebaut und verändert.

Die Landesgartenschau 2018 in Würzburg

Beim zweiten Versuch hat es geklappt: Die Landesgartenschau 2018 kommt nach Würzburg. Die Stadt hatte sich bereits für die Schau im Jahr 2016 beworben und unterlag dabei knapp der Stadt Bayreuth. Um so mehr freute man sich im Februar 2010 über den Gewinn für Würzburg. Oberbürgermeister Georg Rosenthal bedankte sich in einem Rundschreiben bei allen, die zum großartigen Erfolg beigetragen haben:

„Dies ist Verpflichtung und Ansporn zugleich“.

Logo der Landesgartenschau 2018 in Würzburg.

Logo der Landesgartenschau 2018 in Würzburg.

Die Gesellschaft zur Förderung der Bayerischen Landesgartenschau begründete die Vergabeentscheidung damit, dass Würzburg ein äußerst eindrucksvolles und zukunftsweisendes Gesamtkonzept für die Entwicklung eines neuen Stadtteils im Bereich der ehemaligen Leighton-Kaserne vorgelegt hatte.

Nachdem Würzburg mit seiner Bewerbung für 2016 Bayreuth unterlegen war, hatte die Stadt das Bewerbungskonzept für eine Gartenschau nochmals überarbeitet. Anders als bei der ersten Bewerbung sind die Pläne für die Straßenbahnanbindung laut OB Rosenthal nun so gut wie unter Dach und Fach. Die geplante Grünanlage soll zum Herzstück für den neuen Stadtteil Hubland werden, der durch den Abzug der US Armee aus den Leighton Barracks entstehen soll.

Unter anderem soll die ehemalige sehr große Shopping-Mall (Einkaufszentrum) der Amerikaner zu einer riesigen überdachten Blumenschau werden. Auch werden komplett neue Wohnhäuser auf dem riesigen Areal gebaut werden.

Die eigentlich geplante Anbindung der neu zu bauenden Straßenbahnlinie 6 wird hingegen nicht – wie eigentlich geplant – bis in das Jahr 2018 fertig sein. Der letzte Stand der Dinge war der, dass man mit einer Fertigstellung frühstens Ende 2019 rechnet (wenn sie überhaupt noch kommt…).

Bereits Anfang 2013 zeichnete sich schon ab, dass die Umsetzung bis 2018 eher unwahrscheinlich sein würde. Am 18. Juni gab die Stadt bekannt, dass eine Realisierung der Straßenbahnlinie 6 bis 2018 aufgrund von 450 Einwendungen und damit verbunden einem deutlich längeren Planfeststellungsverfahren nicht möglich ist. Kritiker warfen dem Stadtrat außerdem vor, durch seine Entscheidungen die Entwicklung behindert zu haben. 5)Main-Post: Neue Straßenbahn nimmt weitere wichtige Hürde, Volkswirtschaftliche Analyse: Projekt ist förderfähig (17.07.12) → abgerufen am 23.12.2013

Zwei Tage später wurde bekannt, dass die neue Linie auch bis 2019 nicht fertig wird. 6)Main-Post: Ohne Straßenbahn zur Landesgartenschau (18.06.2013) → abgerufen am 23.12.2013 Der Termin der Fertigstellung ist somit offen. 83 Millionen Euro sind für den Bau der neuen Straba-Linie veranschlagt. Die zuvor angepeilten Kosten von 65 Millionen Euro wurden revidiert, nachdem zusätzliche Nebenkosten und Erschwernisse beim Bau mit einberechnet wurden.

Der Name „Hubland“

Der Name ist die von Alters her bekannte Bezeichnung für die Feldflur (Die Flur ist in ihrer alten Bedeutung ein Synonym für die Landschaft bzw. das Gelände.).

Weiterführende Links

Das Hubland bei Google-Maps

Quellenangaben   [ + ]

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