16. März 1945 - Der schwärzeste Tag in der Geschichte unserer Stadt
Bitte beachten Sie auch die Fortsetzung dieser Seite mit weiteren Bildern und Informationen.
Der 16. März 1945 soll ein sehr schöner, milder und wolkenloser Frühlingstag gewesen sein. Es war so warm, dass man bereits Kleider und kurze Hosen tragen konnte. Dass an diesem Abend die totale Zerstörung über Würzburg kommen würde, konnte keiner
wirklich ahnen. Die
Würzburger glaubten sogar "das Schlimmste" hinter sich zu
haben. Denn der Status als "Lazarettstadt" und die nicht verstummen wollenden
Gerüchte, der britische Premierminister
Winston Churchill habe selbst an der
traditionsreichen Universität in Würzburg studiert, verbreiteten die Hoffnung, die
Stadt werde bewusst verschont. Würzburg hatte außerdem keine kriegswichtige
Industrie. Trotzdem wurden von der Stadt damals intensive Vorbereitungen für
einen eventuellen Luftangriff getroffen. So wurden z. B. in Richtung Main
Durchbrüche angelegt, um der Bevölkerung im Falle eines Falles eine schnelle
Flucht aus der engen Innenstadt zu erlauben. Tatsächlich wird Würzburg am 4.
und am 5. Februar 1945 Ziel einiger "Independent Night Operations"
vereinzelter Bomber, die allerdings wenig Schaden anrichten. Drei Tage später,
am 8. Februar, taucht die Stadt erstmals als "industrielles Ausweichziel" auf
einer angloamerikanischen Zielliste auf. So werden die Stadt und ihre
Bahnanlagen am 23. Februar bzw. 3. März 1945 Ziele größerer alliierter
Angriffe (3). Insgesamt
gab es vor dem 16. März 334 Bombenalarme die bereits über 400 Würzburgern das
Leben gekostet hatten...
Durch Schutt und Asche hinaus in die Zeit
Würzburg am Main, die Stadt des Weines und der Fische, der Kirchen, gotisch und barock, wo jedes zweite Haus ein unersetzliches Kunstdenkmal war, wurde nach 1300-jährigem Bestehen in nur 25 Minuten durch Brandbomben zerstört. Den folgenden Morgen floss der Main in dem sich die schönste Stadt des Landes gespiegelt hatte, langsam und gelassen durch Schutt und Asche, hinaus in die Zeit.
Leonhard Frank, aus: "Die Jünger Jesu"
Für diesen Abend hatten die Generäle der alliierten Streitkräfte aber anders entschieden. Zwischen 17 und 18 Uhr starteten an diesem Abend unter dem Kommando von Sir Ralph Cochranean in England 231 Bomber der "Royal Air Force" von den Typen "Avro Lancaster" und "Mosquito" zu ihrem vernichtenden Auftrag in Richtung Würzburg. Die No. 5 Bomber Group, dazu die Bomber Groups No. 1 und No. 8 sammelten sich bei Reading, nordöstlich von London: insgesamt mehr als 500 todbringende Flugzeuge waren es . Die No. 5 Bomber Group galt als das erfahrenste und präziseste Geschwader im Luftkrieg gegen Deutschland - eine Elitestaffel. Sie bombardierte Heilbronn, Darmstadt, Königsberg, Braunschweig, München und Kassel. Am 13. Februar 1945 führten sie den fürchterlichen ersten Schlag gegen Dresden...
Für
Würzburg hatten sie Bomben mit einem Gesamtgewicht von rund 1.000
Tonnen an Board -
bestehend aus Markierungs-, Spreng- und Brandbomben.
Gegen 19 Uhr wurde bereits öffentliche Luftwarnung und gegen 20 Uhr Vollalarm
für die Stadt ausgelöst. Aufgrund einer Meldung des Funk-Horchdienstes in
Limburg an der Lahn an die Befehlsstelle des mainfränkischen Gauleiters, wurde
die Würzburger Bevölkerung um 21:07 Uhr über Radio zur äußersten Vorsicht
aufgefordert und von dem höchstwahrscheinlich bevorstehenden Angriff in
Kenntnis gesetzt. Mit dem Abwurf der ersten Markierungsbomben um 21:25 Uhr
begann der Angriff auf Würzburg. Anschließend wurden 256 schwere Sprengbomben
mit einem Gesamtgewicht von 395,5 Tonnen abgeworfen um die Dächer,
Fenster und Türen der Häuser zu zerstören. Das war sozusagen die
"Vorbereitung" für die nachfolgenden so genannten
genau 307.650
"Stabbrandbomben". Damit machten
sie Würzburg dann endgültig zum "Grab am Main".
Nahezu unbehelligt von deutscher Flugabwehr und Jägern der Luftwaffe erreichte der Flugzeugverband Würzburg. Zwischen 21 Uhr 25 und 21 Uhr 42 - also in nicht mal 20 Minuten - tötete diese "Fracht" rund 5.000 Menschen und machte die Stadt zu Staub und Asche. Zerstört wurden 82% der bebauten Stadtfläche und 90% der Würzburger Innenstadt. Die Flammen entwickelten in den damals engen Gassen eine Hitze von bis zu 2.000° C. Es entstanden orkanartige glühend heiße Stürme die den Sauerstoff zum atmen nahmen. Viele Menschen wurden in den meist provisorisch eingerichteten Luftschutzräumen (es gab nur wenige richtige Bunker in der Stadt) verschüttet oder verbrannten bei lebendigem Leib in der Flammenhölle. (1)
Laut Augenzeugen die in einer Sendung des Bayerischen Rundfunks zu Wort kamen, konnte man in jener Nacht in ganz Unterfranken, im nahen Baden Württemberg und sogar im entfernten Thüringen das brennende Würzburg sehen. Der rote Feuerschein am Himmel, die Rauchsäulen am Tag danach oder Papierfetzen die bis nach Gemünden flogen...
Gerüchte um die Zerstörung Würzburgs
Schon während des Krieges gab es allerhand Gerüchte, die besagten, dass
Würzburg aus
verschiedenen Gründen nicht angegriffen werden würde. Bis in
den Januar 1945 war Würzburg zudem eine völlig intakte Stadt. Bis auf den 21. Juni 1944.
Feindliche Flieger hatten bei Tag die
Kugellagerstadt Schweinfurt bombardiert, als sich plötzlich einer kleiner
Verband von etwa acht Maschinen von Osten her der Stadt näherte und
mindestens 50 schwere Bomben auf das Stadtgebiet zwischen Löwenbrücke und
Nikolausweg abwarf. 42 Menschen kamen dabei ums Leben.
Es war trotz des pausenlosen Luftkrieges gegen deutsche Städte länger als
ein halbes Jahr die
einzige Bekanntschaft der Stadt am Main mit den
todbringenden Bombern der alliierten Streitkräfte. Und da begannen auch die
Legenden zu wuchern, Würzburg werde von Bomben verschont bleiben. Einmal
heißt es, einen vernichtenden Luftangriff werde es nicht geben, weil
neutrale Kommissionen die Würzburger Kulturgüter unter ihren Schutz gestellt
hätten. Dann wurde allen Ernstes das Gerücht in die Welt gesetzt, der
britische Premierminister Winston Churchill habe in Würzburg studiert, sei
gar ein Freund von Bischof Matthias Ehrenfried (1924 bis 1948 Bischof von
Würzburg) und habe deshalb den Befehl gegeben, dass die Stadt nicht
angegriffen werden dürfe. Eine gewisse Glaubwürdigkeit haftet jenem Gerücht
an, die Engländer hätten zugesagt, Würzburg als "Lazarettstadt" zu
respektieren. Tatsächlich gab es in den Klinken und Schulen zahlreiche
Lazarette zu dieser Zeit. Doch für den Luftkrieg hat die
"Haager Landkriegsordnung" keine Gültigkeit.
Zwei weitere Legenden die sich nach dem Krieg lange hartnäckig halten, wollen davon wissen,
Würzburg sei vom britischen Rundfunk vor dem Angriff am
16. März 1945 gewarnt worden, und der damalige Nazi-Gauleiter Dr. Hellmuth
habe es unmittelbar vor der Bombardierung im betrunkenen Zustand abgelehnt,
Würzburg durch eine Erklärung zur "offenen Stadt" im letzten Augenblick noch
zu retten. Doch es gibt keinen Beweis dafür der Londoner Sender habe einige
Tage vor dem Angriff gemeldet: "Mozartfreunde, wir bringen am 16. eine
Sinfonie von Mozart!". Möglich, dass es eine der zahlreichen verschlüsselten
Botschaften für im Restreich operierende alliierte Agenten war. Erwiesen ist
dagegen, dass es in einem Rundfunkkommentar vom Februar 1945 heiß, die
britische Luftwaffe werde auch noch die bisher verschont gebliebenen
Großstädte wie Dresden, Erfurt und Würzburg angreifen, damit sich das
Hitler-Regime auf keine unversehrte Großstadt mehr stützen könne.
Die Würzburger waren gewarnt worden...
Wenn auch nicht durch den britischen Rundfunk, so ist die
Stadt dennoch vor dem
Großangriff gewarnt worden. Oder besser gesagt: sie hätte sich gewarnt
fühlen
müssen. Denn wie bei fast allen Brandangriffen gegen eine deutsche
Großstadt hatte die
RAF auch in Würzburg den Hauptschlag durch eine Serie von Minen- und
Messangriffen vorbereitet.
Zwischen dem 4. und 19. Februar 1945 gab es insgesamt 4 Luftangriffe bei denen alle Stadtteile getroffen wurden und mehrere 100 Menschen starben. Beim letzten Angriff vor der "totalen Zerstörung" warfen die Bomber zum ersten Mal nicht "nur" Minen, sondern auch Sprengbomben. Ebenfalls erstmals markierten sie ihr "Zielgebiet" auch mit Leuchtbomben. In der Stadt wachsen damals Spannung und Nervosität ins fast unerträgliche. "War das schon der große Angriff?" mögen sich die Würzburger wohl gefragt haben. Max Domarus (5) überliefert die Antwort eines Ausgebombten aus dem Rheinland: "Wissen Sie, was das war? Ein letzter Warnangriff auf alle Stadtteile. Der nächste kommt mit Brand".
Nach dem Krieg - der Wiederaufbau
36.845
Menschen waren am 6. Juni 1945 (die Amerikaner waren am 6.

April 1945 in der
Stadt angekommen) für den Stadtkreis Würzburg gemeldet: 22.407 weibliche
und 14.438 männliche Personen. Die Frauen sind die unbeschriebenen Heldinnen
im Nachkriegs-Würzburg. Sie räumten Schutt, ernährten Familien und erzogen die
Kinder. In den Archiven der Stadt findet man nur wenig über sie. Aber sie waren
es, die schaufelten, karrten und hämmerten in der verbrannten Stadt. Zuerst aus
freien Stücken, dann im - am 18. Dezember 1945 befohlenen - "Allgemeinen Arbeitsdienst",
ab 8. März 1946 im "Ehrendienst". Über zwei Jahre vergingen nach dem Angriff, bis das Schutträumen am 2. April 1947 privaten Unternehmen übertragen
wurde. "Eine Ruine - ein trostlos ausgebrannter Trümmerhaufen" war die
Stadt, schrieb Gustav Pinkenburg, Würzburgs erster von den Amerikanern
eingesetzter Bürgermeister nach dem
Krieg.
Das zerstörte Würzburg solle so belassen werden, wie es die No. 5 Bomber
Group hinterließ,
empfahl Gouverneur Wagoner, der Chef der amerikanischen Militärregierung
in Bayern. Er wollte aus der Stadt ein "Museum für Kriegsverwüstungen" machen.
Gegenüber Randersacker am Main sollte ein neues Würzburg gebaut werden. Aber die
Würzburgerinnen und Würzburger gaben ihre Heimatstadt nicht auf. Die Stadt glühte
noch vom Brand, als die ersten zurückkehrten und mit dem Wiederaufbau begannen.
Pinkenburg in einem Aufruf am 1. Mai 1945: "Würzburg ist nicht tot, Würzburg muss
leben, Würzburg muss neu erstehen!"
Den Angriff vom 16. März überstanden in der Altstadt nur sechs Häuser an der
Juliuspromenade
und ein Haus in der Büttnergasse. Nach Dresden und Pforzheim ist
Würzburg die
meistzerstörte Stadt Deutschlands gewesen. Nur 5.000 Einwohner waren
ohne jeden Schaden geblieben.
Neun Monate nach dem Angriff registrierte das Einwohnermeldeamt über 50.000 Bürgerinnen und Bürger, die sich in einem Drittel des früheren Wohnraums drängten. 2,5 Millionen Kubikmeter (!!!) Schutt wurden mit Loren auf Mainkähne geschafft - eine Menge, die als Würfel so groß ist wie der Residenzplatz und fünfmal so hoch wie die Residenz. Haus für Haus, Straße für Straße wurden wiederaufgebaut. (1)
Wie Phönix aus der Asche entstieg die Stadt ihrem Grab am Main...
Bis Mitte der 1960er Jahre sollte der Wiederaufbau von Würzburg andauern
(und erst Anfang der 1990er Jahre wurde z.B. der "Alte Kranen" wieder richtig
aufgebaut). Noch
heute findet man an einigen wenigen Stellen aufgelassene Grundstücke und die
ein oder andere Ruine - so zum Beispiel auch noch bis Oktober 2007 in der "Zweiten Felsengasse"
unterhalb der Festung Marienberg (die Ruine wurde abgerissen). Der düstere Zustand des Gebäudes lässt
erahnen wie schlimm es damals überall in der Stadt ausgesehen haben muss. Wie schon weiter
oben beschrieben wurden immerhin 90% der Innenstadt bei dem Angriff
total zerstört... (1)
Würzburg als neue Bundeshauptstadt?
Ja - Sie haben richtig gelesen! Kurz nach dem Krieg gab es kurzfristig Pläne, Würzburg zur provisorischen Bundeshauptstadt zu machen. Grund dafür war unter anderem, dass der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland - Konrad Adenauer - auf keinen Fall in Frankfurt am Main regieren wollte (dort war bereits der Plenarsaal in Planung. Heute befindet sich in dem großen Rundbau das Funkhaus des Hessischen Rundfunks). Wegen der Lage und Schönheit der Umgebung sowie der guten Eisen- und Autobahnverbindungen bot sich statt dessen Würzburg an. Eine Kommission vom Wirtschaftsrat oder einer anderen hohen Stelle - genau ist dies nicht mehr bekannt - kam damals auf eine Rundreise nach Würzburg. Man war entsetzt über die Ausmaße der Zerstörung und lies die Stadt einige Zeit später mit Bedauern wissen, dass es eben wegen der starken Zerstörung von Würzburg doch nicht klappen würde. Und so wurde Bonn zur ersten Bundeshauptstadt der Bundesrepublik Deutschland. (5)
Diese Geschichte, so wie viele weitere Informationen und Zeitzeugenberichte, kann man im folgenden sehr interessante Buch mit Audio-CD nachlesen und nachhören!
16. März 1945 in Würzburg - das Buch zum Thema
Der
16. März 1945 hat sich für die Stadt Würzburg tief in die Erinnerung eingegraben.
An diesem Tage fielen den Bomben der britischen Royal Air Force nahezu 90 Prozent
der Gebäude zum Opfer, wertvolle Kunstdenkmäler wurden zerstört, 5.000 Menschen
starben. In diesem Buch stehen jedoch nicht die Ereignisse, sondern die Erlebnisse
der betroffenen Menschen im Mittelpunkt. Augenzeugen berichten, wie sie den verheerenden
Angriff und die Wochen danach erlebten. Dieses Buch enthält außerdem eine sehr
interessante Audio CD. Auf dieser CD hat das
Studio Würzburg des Bayerischen Rundfunks
in einem über 70-minütigen Radiofeature unter anderem beeindruckende Gespräche
mit Zeitzeugen festgehalten.
16. März 2005 - Stille Trauer und Erinnerung
Alljährlich erinnert die Stadt Würzburg in den 20 Minuten des Angriffs durch das Läuten aller Kirchenglocken an diesen schrecklichen Moment. Am 16. März 2005 - also dem 60. Jahrestag der Zerstörung - gab es in der Stadt zudem viele weitere Veranstaltungen und Ausstellungen mit Zeitzeugen. Höhepunkt war das "Lichterkreuz" in der Innenstadt.
Rund 20.000 Würzburger versammelten sich rund um den Vierröhrenbrunnen zu einer beeindruckenden Demonstration von Trauer, Erinnerung und Versöhnung. Viele trugen Kerzen in der Hand die man für 50 Cent kaufen konnte. Es war minutenlang so still, dass man eine Nadel hätte fallen hören können. Bayerns damaliger Ministerpräsident Edmund Stoiber war extra angereist um eine kurze Rede zu halten. Wenige Minuten Später begann das beeindruckende und jährlich an diesem Tag wiederkehrende Glockengeläut aller Kirchen der Stadt.
16. März 2005 - und es gibt immer noch unbelehrbare...
Eigentlich unglaublich aber tatsächlich wahr - am 19. März 2005 hat die rechtsextreme "NPD Würzburg" zu einem "Trauermarsch und Totengedenken" eingeladen. Auf der offiziellen Webseite der Partei stand dazu geschrieben - Zitat:
Hinweis: Eigentlich ist es mir im höchsten Maße zu wider auch nur ein einziges Wort über die braunen Zeitgenossen zu verlieren. Noch widerlicher sind für mich die Textpassagen. Ich habe lange überlegt ob ich sie überhaupt zitieren soll. Ich hoffe aber inständig auf den "gesunden Menschenverstand" der Leser dieser Seite und bin mir fast sicher, dass jedem "normalen" Menschen klar ist, dass ich mich eindeutig davon distanziere und entsprechende Passagen ausschließlich zu Dokumentationszwecken zitiere.
Ich denke, dass man nur durch Aufklärung und eigene Meinung "Abhilfe" gegen "ewig gestrige" schaffen kann.
"Der durch nichts zu entschuldigende Terrorangriff vom 16. März 1945 hinterließ Würzburgs Altstadt als die prozentual am stärksten zerstörte aller Großstädte des Deutschen Reiches. Etwa 5.000 Menschen starben im Flammenmeer... Grund genug für uns Deutsche, die noch Deutsche sein wollen, des 60. Jahrestages des Geschehens am 19. März 2005 zu gedenken."
Die Demonstration wurde von der Stadt unter "strengen Auflagen" genehmigt und war vielen Neonazis eine willkommene Gelegenheit zu einem Besuch in unsere Stadt. Im Anschluss daran folgte ein "Kameradschaftsabend" (geschlossene Veranstaltung) mit dem NPD nahen Liedermacher Michael Müller aus Regensburg. Dieser ist seit Jahren bekannt für seine extrem rechten Texte. Bei einem Liederabend in der NPD Geschäftsstelle 1998 änderte er den Text des Udo Jürgens Schlagers "Mit 66 Jahren..." wie folgt ab - Zitat:
"Mit sechs Millionen Juden, da fängt der Spaß erst an, bis sechs Millionen Juden, da ist der Ofen an..., ... wir haben reichlich Zyklon B ..." Ein Jahr später variierte Müller sein Lied bei einer weiteren NPD-Veranstaltung und fügte die Strophe ein- Zitat: "bei sechs Millionen Juden ist noch lange nicht Schluss". Auch beim Gedenkmarsch für den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß war Müller mit der Gitarre dabei. (2)
19. März 2005 - Bunt gegen braun
Als Gegenveranstaltung zum "NPD Trauermarsch" startete ebenfalls am 19. März die Großdemonstration der Religionsgemeinschaften mit dem Titel "Bunt gegen braun". Über 7.000 Menschen nahmen nach Polizeiangaben an dieser Demonstration teil um "ein Zeichen gegen braun" zu setzen. Würzburgs SPD Bürgermeistern Marion Schäfer sagte vor Ort: "Würzburg sagt Nein zu braunen Parolen und Ja zur Versöhnung". Unterstützt wurde diese Veranstaltung unter anderem von der Universität Würzburg, Ursulinenkloster, Gemeinschaft St. Egidio, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Kolpingwerk, Toleranz Fabrik, Kreisjugendring Würzburg, AK Club der lebenden Dichter und anderen [mehr dazu].
Eine weitere Demonstration unter dem Motto "Kein Fußbreit den Faschisten" veranstaltete das "Würzburger Friedensbündnis". Start mit Auftaktkundgebung war am "Geschwister Scholl Platz".
Quellenangaben
Fotos: Die Originalfotos stammen alle aus dem Archiv der Stadt Würzburg bzw. von www.wuerzburg.de. Das Foto vom Straßendreieck Exerzierplatz - Weingartenstraße stammt aus dem Main-Post Archiv und ist in dem Buch "Als vom Himmel Feuer fiel" auf Seite 125 enthalten. Autor des Buches ist Dieter W. Rockenmaier. Dieses und viele weitere interessante Bücher kann man in der Stadtbücherei Würzburg entleihen.
(1) Viele der Daten und Fakten stammen aus einem Faltblatt mit dem Titel "Durch Schutt und Asche hinaus in die Zeit" das 1995 von der Stadt Würzburg zum 50. Jahrestag der Zerstörung herausgegeben wurde. Weitere Informationen habe ich einem Artikel über die Bombardierung von Würzburg bei Wikipedia.de entnommen (siehe "Links zum Thema Würzburg und der 2. Weltkrieg").
(2) Die Informationen stammen teilweise von: hagali.com
(3) Informationen von www.wege-der-erinnerung.de










