Randersacker
Randersacker

Randersacker

Der Markt Randersacker ist eine Stadtrandgemeinde Würzburgs im Landkreis Würzburg und liegt etwa vier Kilometer südlich von der Würzburger Altstadt.

Blick aus den Weinbergen auf Randersacker.
Blick aus den Weinbergen auf Randersacker.

Randersacker besticht vor allem durch seinen sehr schönen und gepflegten Dorfkern. Hier gibt es unzählige kleine und manchmal richtig steile Gassen, die hinauf in die Weinberge führen. Mancherorts bekommt man schnell das Gefühl, als wäre hier die Zeit ein wenig stehen geblieben.

Viele Gebäude sind einem hervorragenden, restaurierten Zustand. So kann man sich gedanklich gut in alte Zeiten versetzen und sich versuchen vorzustellen, wie es früher wohl war, wenn die Winzer nach der Lese mit den frisch geernteten Weintrauben zurück ins Dorf kamen, um dann den berühmten Randersackerer Wein zu machen.

Geschichte von Randersacker

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Randersacker im Jahr 1119, allerdings berichtet ein weitaus früheres Dokument über die Grenzverhältnisse Randersackers – die Würzburger Markbeschreibung vom 14. Oktober 779. Dieses Dokument berichtet über einen Weingarten auf dieser Grenze, sodass dieses Datum als erster Nachweis von Weinbau auf heutiger Randersackerer Gemarkung angesehen wird.

Im Jahr 1979 feierte Randersacker als Weinort seine 1200-Jahrfeier mit einem großen Festumzug aller Vereine, Zünfte und Kapellen. In Randersacker existierte bis 1298 eine Jüdische Kultusgemeinde, die während der Rintfleisch-Verfolgung ausgerottet wurde. Im Jahr 1451 wurde Randersacker schließlich das Marktrecht verliehen.

Im 16. und 17. Jahrhundert war der Ort konfessionell geteilt, alle Feste wurden durch die unterschiedliche Umstellung auf den Gregorianischen Kalender zweimal gefeiert. An dieses Marktrecht erinnert der jährlich im Oktober stattfindende Fischmarkt auf dem Flecken.

Als Teil des Hochstiftes Würzburg fiel Randersacker bei der Säkularisation 1803 an das Königreich Bayern. Im Frieden von Preßburg (1805) kam es mit dem Hochstiftsgebiet an Erzherzog Ferdinand III. von Toskana zur Bildung des Großherzogtums, mit welchem es 1814 an Bayern zurückfiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. 1)Wuerzburgwiki.de im Artikel über Randersacker (abgerufen am 02.03.2019)

Stationenweg und Kapelle

Die Maria Schmerz Kapelle oberhalb von Randersacker.
Die Maria Schmerz Kapelle oberhalb von Randersacker.

Ein besonders schöner Ort in Randersacker ist der Stationenweg, der hoch zur Maria-Schmerz-Kapelle in den Weinbergen führt.

Die vom Randersackerer Bürger Anton Römmelmeier ausgegangene Anregung, einen Kreuzweg zu schaffen, fand nach Römmelmeiers Tod am 26. März 1891 Unterstützung durch den Ortspfarrer Johann Michael Karl Sersi. Am 6. Juli 1891 wurde der Stationenverein gegründet, der bis 1896 bereits 125 Mitglieder zu verzeichnen hatte. Vereinsinterne Unstimmigkeiten verärgerten den Pfarrer und ließen die Mitgliederzahl auf 40 sinken. 1898 wurde im neuen Pfarrer Johannes Ruppert ein neuer Förderer gefunden und bereits im Sommer 1898 wurde mit der Stiege begonnen, im Oktober 1899 mit den ersten drei Stationen. Im Frühjahr 1901 wurde oberhalb des Kreuzweges ein Grundstück zur Errichtung einer Kapelle gekauft. Dort sollte auch die letzte Station liegen.

Blick auf den Stationenweg in Randersacker.
Blick auf den Stationenweg in Randersacker.

Den Gedanken, über den Weinbergen eine Kapelle zu errichten, machte sich auch der Kampfgenossenverein, eine Veteranenvereinigung, zu eigen. Im Sommer 1902 gründeten sie den Kapellenbau-Verein. Das Nebeneinander beider Vereinigungen mit dem gleichen Ziel, nämlich Stationenweg und Kapelle zu bauen, wich bald der Einsicht, dass es besser sei, sich zu einem Kapellenbau-Verein zusammenzuschließen. Nachdem der Stationenweg vom Stationenverein bereits errichtet worden war, konnte sich der neue Verein in seinen Statuten ausschließlich auf den Bau einer Kapelle beschränken. Bereits am 25. März 1903, am Festtag Mariä Verkündigung, konnte der von Pfarrer Johannes Ruppert geweihte Grundstein gelegt werden.

Am 26. Juli 1903 wurde die Kapelle von Bischof Ferdinand von Schlör eingeweiht.2)Wuerzburgwiki.de im Artikel über Randersacker (abgerufen am 02.03.2019)

Die Sage vom wilden Heer am Spilberg bei Randersacker

Im Spilberg ist ein schönes Schloß; in dem Saale sitzen die Geister um den Tisch. Einst hörte der Mainüberführer von dem jenseitigen Ufer herüber ein Brausen in der Luft, und Winseln; vermeinend, es wolle Jemand über den Main gefahren sein, fuhr er nach dem anderen Ufer.

Da bestieg der wilde Jäger mit seinen Geistern die Fähre. Als das wilde Heer übergeschifft war, hörte der Fährmann eine Stimme nach dem Fahrlohn fragen, er konnte aber aus Angst kein Wort sprechen.

Da warf das wilde Heer Feuer in die Fähre, daß die Kohlen auf dem Boden rollten. Einer aus dem wilden Heere konnte nicht folgen, und rief: »Wär‘ ich gegürtet und geschürzt, könnt ich auch mit.«

Das hörte ein Mann am Ufer, welcher ihm einen Strohgürtel umband, da konnte der Geist nachfolgen.3)Originaltext entnommen aus: Alexander Schöppner: Sagenbuch der Bayer. Lande 1–3. München 1852–1853, S. 220

Bilder aus Randersacker

Unterwegs in Randersacker

Für meine Videoreihe „Das Sonntagsvideo“ war ich im Februar 2019 und im Jahr 2017  für einen Besuch in und um Randersacker unterwegs.

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